Dienstag, 6. Oktober 2015

Tag 134, fa(u)natisch

Liebe Freunde der stinkenden Wanderleiberl,
heute muss ich enttäuschen, ich duftete (chlorig) durch den Wald. Wackelige Stiche zieren im nicht-passenden Grau meine Wanderhose, die an manchen Stellen schon löchrig wurde. Ich hätte gleich einen roten Faden nehmen sollen. Das hätte zumindest Wanderstil gehabt.
Heute hatte ich ganz besondere Begleitung: meinen Vater. :) Meine Beine inklusive der Revolverknie hab ich eindeutig von ihm. Die Beschwerden sind auch recht ähnlich. Naja... kann man sich halt nicht aussuchen.

Ganz angetan von den waidmännischen Besonderheiten, die mir bisher nicht bekannt waren, wurden mir mit viel Leidenschaft nähergebracht. Und so äugte auch ich rund um eine "Suhle" (Gatschlock'n) nach einem Wetzbaum (waidm.: Malbaum) an dem sich die Viecher nach einem Bade reiben. Das würde mir auch gefallen: Moorbad und Massage. ;) Einmal sind wir dann vor lauter Fa(u)natik an 3 (sic!) Abbiegemarkierungen vorbeigerannt, bis mir komisch vorkam, dass keine Farbstricherl mehr den Wegrand säumten.
Fast etwas neidisch ob der überdimensionalen Jausendose - mein Sackerlinhalt hat sich gestern zur Vermeidung eines unterzuckerten Tobsuchtsanfalls halbiert - bekam ich Trauben, Äpfel und Feigen aus Straden und durfte herrlichen Speck vom Patz in Edla und Bauernbrot aus Grub mitnaschen. :) A richtige Bergjaus'n, die für's Burgenland mindestens genauso gut taugt.
Die zweite Hälfte der Strecke war leider sehr unspannend, entlang einer Straße mit zwar wenigen, aber dann sehr flotten Autos. ^^
Morgen werde ich auch noch Begleitung haben. Der letzte Wetterbericht, den ich studiert hab, war gar nicht mehr soooo schlecht für morgen. Also, vielleicht regnet es nicht durchgehend, das wär schon mal was.
Heute hat mich ein Herr von der Zeitung angerufen. Ich fühle mich einerseits geschmeichelt, andrerseits kommt mir meine Unternehmung banal vor. Ich bin nur gegangen und hab mir einen Traum erfüllt. Jede/r kann den Rucksack packen und losziehen. Wenn man so ein Ge(h)bein hat wie ich, muss man sich halt ein bisschen vorbereiten oder mit Schuheinlagen nachhelfen. Ich hab welche von Jurtin (für noch Unwissende: gibt's in Gleisdorf bei Manuela Wesselowitsch :-) ), ohne die ich wahrscheinlich nicht mal nach Kärnten gekommen wäre, wie früher gescheiterte Wanderungen vermuten lassen.
Also, ich weiß ehrlich gesagt noch nicht so ganz, was ich von dem Interesse an mir und dem, was ich tue halten soll. Muss wohl mal eine Nacht drüber schlafen. ;) Nur noch dreimal!
Alles Liebe,
carmen
P.S.: Hab heute ganz vergessen Fotos zu machen, darum gibt's ein unvorteilhaftes, weil kauend vom Vati - aber schaut euch die Jause an! ;)

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