Mittwoch, 30. September 2015

Tag 128, so viele Gespräche :)

Liebe Menschen,
das Frühstück war hervorragend (endlich mal anderer Käse), sogar mit Obst und die beiden Mannen des Hauses (Vater und Sohn) waren gesprächig, sehr bemüht und absolut wandererfreundlich. ;) So wurde schon beim Frühstücken über's "Mariazellpilgern" geplaudert, das der Vater schon mehrmals hinter, der Sohn demnächst vor sich hat. Das Hotelzimmer war ganz fein, der Fernseher bildet hier nicht den Mittelpunkt des Raums. Insgesamt ein empfehlenswertes Haus - würde sofort wieder kommen. :)

Dienstag, 29. September 2015

Tag 127, Schwärmereien

Liebe Menschen,
heute Morgen war es schon sehr kalt, sodass ich anfangs beide Jacken an hatte. Das Zimmer war nicht beheizt, somit keine Chance, dass die Wäsche trocknen hätte können. Die Socken hab ich trocken getragen, beim Leiberl war's mir bei dem Wind zu riskant mich zu verkühlen, deshalb baumelte das nasse Shirt am Rucksack. Hier findet von der Unterhose bis zum Regenponcho immer wieder mal etwas einen Platz an der Sonne.

Montag, 28. September 2015

Tag 126, "imma grodaus"

Liebe Menschen,
der Morgen begann kühl - gut, es ist Ende September - und windig - okay, Burgenland halt - also, als ganz normaler Tag... den Umständen entsprechend. ;)
Was hier im Burgenland zu jeder Wegbeschreibung gehört wie das Amen im Gebet, ist der abgewinkelte Arm, der sich nach vor streckt und wieder abwinkelt und streckt (Anzahl der Beugungen persönlichkeitsabhängig) und die Worte "...und dann imma grodaus!". :)

Sonntag, 27. September 2015

Tag 125, "guider Dog" unter Hasen

Liebe Menschen,
heute gab's frisch gebackenes Brot zum Frühstück. Ich hab mich eindeutig wohlgefühlt, denn ich bin erst nach 10 Uhr nach Dt. Jahrndorf gefahren. Ja, ICH bin gefahren. Ich darf berichten, dass mir 50 km/h im Ort, sowie 70 freiland wie die schlimmste Raserei vorkamen. Kuppeln bzw. schalten war eine ruckelige Angelegenheit, und ich war danach heilfroh wieder im Schritttempo fortzusetzen - endlich mal wieder bei Sonnenschein!
Aufgrund des sehr späten Starts wich ich vom 07er ab und ging etwas direkter nach Nickelsdorf. Auch hier keine Schutzsuchenden zu sehen, der Ort war ganz ruhig, wie jeder andere, einzig die zwei vorbeifahrenden Polizeiautos und mehrere Wiener Taxis ließen vermuten, dass an der Grenze vielleicht mehr los sein könnte. Mein Weg führte zwar durch den Großteil des Ortes, aber wüsste man's nicht, wäre es ein Ort wie jeder andere auf meinem Weg. Das Einzige, was an die Hilfesuchenden erinnert ist eine Zeichnung auf der Straße, ein Pfeil und die Buchstaben "T R A I N". Auch der Mann, den ich am Ortsbeginn getroffen hatte, sprach nicht über die Menschen, sondern war neugierig wegen meiner Wanderung. Alles hier scheint gut geregelt zu sein. Meine Vorstellung, der ganze Ort sei mit Menschen überfüllt, wurde nicht zur Realität. Ich habe den Eindruck, dass Gemeinde, Bevölkerung und Polizei/Bundesheer sehr gut mit der Situation umgehen.
Das Highlight des Tages: Ich habe wahrscheinlich 2 groooooße Wildschweine mehrere hundert Meter (deshalb "wahrscheinlich" - "schaßaugat" wie i bin) vor mir gesehen. Ja, im flachen Burgenland mit seinen oft schnurgeraden Straßen und Wegen geht das! ;)  Auf jeden Fall haben zwei sehr große schwarze Knäuel den Weg gekreuzt - ich wüsste nicht, was es sonst gewesen sein sollte!
Was ich hingegen erkannt habe, sind die unzähligen Feldhasen, die mir um die Ohren geflitzt sind! :) Ich bin ein bisschen verliebt in ihre Löffel - speziell in diese schwarz-weißen Fleckerl an den Spitzen! Reicht völlig aus für meine Glückseligkeit. ;) Leider lagen auch einige pelzige Überreste auf den Straßen. Kein schöner Anblick... Nach der Ernennung des Waldviertels zum Mausland wird nun das (nördliche) Burgenland zur Hasennation von mir ausgerufen. :)
Zudem darf ich berichten, dass ich den Dialekt extrem mag - der is afoch guid! ;)
Nächstes Zwischenziel wird der Neusiedlersee, den ich wie den Königssee mit Boot überqueren werde.
Alles Liebe,
carmen g.(ht)

Samstag, 26. September 2015

Tag 124, durchs "Gatter"

Liebe Menschen,
zum dritten Mal in Folge starte ich in der Regenhose in einen trüben Tag. Eine Durchquerung eines Wildgatters wurde mir bereits im Wanderführer prophezeit. Als ich das Gatter erreiche, regnet es doch ganz ordentlich, und ich muss aufpassen, dass ich mit Bellarine und einer Schicht Gatsch auf den Schuhen nicht von der Metallleiter rutsche oder mich "dahasp'l". Gatter sind nicht mein Ding.

Freitag, 25. September 2015

Tag 123, mit dem Papst in der Wanne

Liebe Menschen,
meinen rechten Knöchel musste ich gestern Abend anständig mit Arnikasalbe einreiben und Globoli vom selben Kraut dazu. Selbsthypnose hab ich auch angewendet, weil ich noch Zeit hatte. In der Nacht tat er noch weh, beim Aufstehen war der Fuß schmerzfrei - abgesehen von der mittlerweile gewohnten, morgentlichen Steifigkeit. Ich bin froh, dass mich bei diesen ersten paar Metern niemand sieht. Man könnte beim Anblick meines Ganges zu dem Schluss kommen, die nächtliche Kontrolle diverser nicht unwichtiger Schließmuskel habe versagt. ;)

Donnerstag, 24. September 2015

Tag 122, Donauau-Majestäten

Liebe Menschen,
ich bin heute von Groß-Enzersdorf weitergezogen und muss gestehen in der Lobau wusste ich längere Zeit nicht so genau, wo ich mich befinde, was bei der ausgezeichneten Markierungsarbeit aber auch nicht weiter schlimm war. Herrliche Platzerl gibt's dort. Viele der Wasserflächen sind allerdings - wohl wegen der heurigen Trockenheit - sehr zurückgegangen bzw. fast verschwunden an manchen Stellen. Danach musste ich den ersten Damm entlang - kilometerweit geradeaus! Also, musste wieder mal Musik als Schrittmacher her. Zudem befand ich mich in der Startschneise vom Flughafen Schwechat und fast im Minutentakt tosten die Maschinen über mir davon. Direkt darunter hat's auch ganz schön gestunken. :-/

Mittwoch, 23. September 2015

Tag 121, Walzer auf der Donauinsel

Liebe Menschen,
was für ein Tag! :)
Wien hat... nein, besser: die WienerInnen haben sich mir von einer unerwartet freundlichen Seite gezeigt. Beim Betreten der Donauinsel hatte ich gleich das Bedürfnis heute mit Musik zu gehen bei stundenlangem Geradeaus. ;) Mit so viel Grün hatte ich nicht gerechnet... mit so vielen grüßenden Menschen auch nicht (man erinnere sich an meinen Einstand im Waldviertel). So hab ich beschlossen einen Ohrstöpsel draußen zu lassen, um kommunikationsfähig zu bleiben.

Dienstag, 22. September 2015

Tag 120, ein Wald schöner als der andere

Liebe Menschen,
es ist unsagbar, was so ein Ruhetag bewirkt. Auch wenn ich die Verspannungen in so kurzer Zeit nicht aus den Fusserln bring, der heutige Tag war gleich wieder viel leichter und spürbar fitter zu bewältigen. Seit Langem war ich in der Früh mal wieder flott und bin um Viertel 9 bei ziemlich frischen Temperaturen motiviert losgezogen - mit der Aussicht knapp an das nächste mentale Abschnittsziel Wien zu kommen. Gleich nach Großrußbach hatte ich einen kurzen, schönen Waldabschnitt, den ich schnaufend (weil mit Frau Mama telefonierend) hochwanderte - zum Stehenbleiben war's noch zu kalt.

Montag, 21. September 2015

Tag 118 und 119, Begleitung vor dem Ruhetag

Liebe Menschen,
ich wurde in den letzten beiden Tagen wahnsinnig verwöhnt. Ich hatte Begleitung. :) Gestern kam am Vormittag Chrissy zu Besuch um mich einen Tag zu begleiten nachdem ich mit Hannes und Klaus noch ausgiebig gefrühstückt hatte. Alle drei kämpften wir mit dem Gold im Mund und die beiden Herren wohl auch mit dem Beelzebub am Gaumen. ;)
Lieber Hannes, lieber Klaus, ich hab mich gefreut, dass ihr die Abfahrt noch verzögert habt bzw. der "Gassirunde" des Taxidienstes Vorzug gegeben habt! :-D

Sonntag, 20. September 2015

Tag 117, Überraschungsbesuch

Liebe Menschen,
die Nacht war ein Graus... zu viel, zu spät gegessen, ein Kissen für 200kg-Kolosse, eine juckende Ferse, Nachrichten angeschaut vorm Schlafen gehen. So hab ich mich bis 1 Uhr morgens hin und her gewälzt. Das mit Primaloftjacke und Kleidung gefüllte Sackerl ersetzte den dicken Polster, der Juckreiz wurde mit Salbe versorgt, Smetana wurde durch Meditationsmusik ersetzt (half wenig), letztlich beschwerte Papst Franziskus mit einem ernsten Thema (Laudato si) die Augenlider, sodass ich endlich Schlaf fand.

Freitag, 18. September 2015

Tag 116, Umkehr aus Unbehagen

Liebe Menschen,
bei spannend bewölktem Himmel bin ich nach leckerem Frühstück und einer Weintraube als zusätzlicher Wegzehrung heute von Retz aufgebrochen. Aus irgendeinem Grund beschloss ich mitten auf einem Feldweg in Mailberg um ein Zimmer anzufragen. Im Schloss hätte ich noch ein Schnäppchen ergattert um 100€. Dann vielleicht doch lieber eine kürzere Etappe! ^^ In Haugsdorf fand ich dann endlich ein freies Zimmer - leider trotz des mittlerweile tollen Wanderwetters nur eine sehr kurze Etappe. :-/

Donnerstag, 17. September 2015

Tag 115, vom Weinviertel positiv überrascht

Liebe Menschen,
in der Hammerschmiede wurde ich zum Frühstück mit Weinbergpfirsichen verwöhnt und durfte auch welche mitnehmen zur Jause. :)
Der Weg der Thaya entlang war unbeschreiblich still - der Fluss fließt hier ganz langsam und gleicht fast einem See. Durch dieses sich windende Flusstal und den umliegenden Wald sind sämtliche Lärmquellen ausgesperrt. Die Sonne blinzelte durch die Blätter und es wäre sehr genussreich gewesen hier entlang zu gehen, hätten nicht sämtliche hier lebende Spinnen ihre Fäden über den Weg gespannt.

Mittwoch, 16. September 2015

Tag 114, Kilometer spulen in Mausland

Liebe Menschen,
der Gasthof zur Mühle und vor allem die Wirtin stellten sich als höchst freundlich heraus. Da die Zimmer alle belegt waren, wurde ich in der Ferienwohnung, ich glaube zum Zimmerpreis, einquartiert. Beim Frühstück durfte ich ein Jausenweckerl einpacken und außerdem das private WLAN benutzen, um die Nummern für mögliche Quartiere zu googlen.

Dienstag, 15. September 2015

Tag 113, Begegnungen ;)

Liebe Menschen,
heute morgen beim Frühstück hab ich Andrea kennengelernt. Sie geht den Thayatalweg (TTW) im Sinne einer Kulturwanderung - soll heißen gemütliche Etappen, aber mit kulinarisch-kulturell-historischem Eintauchen und allem was sonst noch dazugehört. Wir haben uns ganz wunderbar unterhalten. Das war eine der Begegnungen, die so herrlich war, dass ich sie auf gar keinen Fall missen möchte und wieder so ein Zufall.

Montag, 14. September 2015

Tag 112, kurzer Tag

Liebe Menschen,
aus den 30 Kilometern ist heute nichts geworden - nur schlappe 18 bei gar nicht wenig Regen. Die Erdäpfelernte ist hier überall voll im Gange mit großen Maschinen. Falls es hungrige Menschen gibt: Da sind noch genug kleine Erdäpfel auf den Äckern.

Sonntag, 13. September 2015

Tag 111, Gourmetwadeln

Liebe Menschen,
heute hat mich der Frühnebel und die Phobie meiner Beherberger gegen Gold im Mund erst nach 9 Uhr aufbrechen lassen. Die Blockheide, ein Gebiet in dem zum Teil riesige rundliche Felsen herumstehen/-liegen, hat's mir besonders angetan. Das Warten bis zur Öffnung und den Gang auf den Aussichtsturm hätte ich allerdings nicht gebraucht, da sich hier im Bezug auf die Felsformationen kein besonderer Ausblick bietet. Ich bin wieder auf langen Waldwegen dahingestreunt, hab mich an einem frechen Eichhörnchen erfreut und das angenehme Wanderwetter genossen. Zudem habe ich beschlossen, dass Wackelsteine eher was für Sumoringer sind als für Fliegengewichtsweitwanderinen.

Samstag, 12. September 2015

Tag 110, "Griaß di", ade!

Liebe Menschen,
das Konzert gestern war noch richtig fein! Auch die Hüttenkatze war nach anfänglichem Fluchtversuch ganz angetan. :)
Beda hat auch einen Song über Smartphones geschrieben - da hab ich doch glatt an mein altes Handy denken müssen.^^

Freitag, 11. September 2015

109, Wunscher- und Rucksackfüllung

Liebe Menschen,
der heutige Tag zeigt wieder, dass vieles das nicht läuft wie man es sich wünscht, am Ende nötig war, damit etwas anderes eintrifft, das man sich gewünscht hat. Dazu später.
Ich bin heute gut ausgeruht, schön angewärmt und freudig aufgebrochen nach Karlstift. Warum freudig? Nachdem mein Basecamp-Chief und mein geplanter Besuch erkrankt sind - werdet bald gesund ihr Lieben! - haben sich mein Vater und mein Bruder ganz flott bereiterklärt, mir ein paar sehnlichst erwartete Trümmer nach NÖ zu bringen. Jaaaaa, Niederösterreich erreicht! :) Nun freu ich mich darüber, nicht mehr Wasser in Zahnschmerztemperatur trinken zu müssen, Hosenknöpfe und Reißverschlüsse zukünftig auch bei kaltem Wetter öffnen und schließen zu können und den letzten Abschnitt meiner Runde - den Ostösterreichischen Grenzlandweg (07) - auch in Kartenform bei mir zu haben und gut gewappnet gegen Wind und Wetter antreten zu können.
Wir haben gemeinsam zu Mittag gegessen und ein bissl geplauscht, bevor wir in entgegengesetzte Richtung loszogen. Herzlichen Dank für die Lieferung euch beiden!  :)
Fast ein bisschen hämisch kam mir das Lachen der Sonne vor, das mir auf den mit warmen Sachen gepackten und spürbar schwereren Rucksack schien. Egal! So schön war's, dass ich die Hosenbeine abzippte und modisch aus der nicht vorhandenen Wanderermasse hervorstach mit meinen Leggings unten drunter UND seit Tagen wieder eine schöne Pause auf einem sonnigen Bankerl genoss. :) So macht das Weitwanderleben richtig Spaß!  :)
Am Nebelstein war's sehr windig, weshalb ich den Ausblick nur kurz genoss und passend dazu gleich in die Hütte stürmte.
Die Nebelsteinhütte wird seit heuer von drei jungen Männern bewirtschaftet und hält einige Köstlichkeiten bereit. Neben hiesigem Ziegenkäse, Karpfen aus Weitra, Falafel und Erdäpfelkasbrot (typisch oberösterreichisch, glaub ich) gibt es wohlschmeckenden hausgemachten Melissen- und Zwetschgensaft sowie Apfelsaft vom Biobauern. Besonders lustig: Vor gar nicht langer Zeit hab ich mir überlegt, wieso man auf den Hütten keinen selbstgemachten Eistee bekommt. Erfrischend, belebend und mit wenig Aufwand herzustellen. Und was soll ich sagen, auf meiner letzten Hütte der Tour gibt es ihn!
Die Crew ist sehr entspannt und war unglaublich bemüht für mich einen möglichst ruhigen Schlafplatz zu finden. :)
So, und jetzt die Aufklärung zu oben. Ich hab immer wieder mal davon geträumt wie fein es wäre auf einer der Hütten Musik zu haben und die Leute zum Tanzen zu bringen. Und hier ist heute ein Konzert von einem Liedermacher (Mundart) namens Beda mit Palme, der "Fogrock" spielt. Ob getanzt wird, weiß ich nicht, aber Livemusik ist schon ein ziemlicher Luxus.
Wäre ich gestern nicht in Tschechien umhergeirrt, wäre ich einen Tag zu früh hier gewesen.
Einen kleinen Traum hab ich noch - das letzte Stück zum Haus meiner Eltern (meinem Start) hochzugehen. Auf dieses Ankommen freu ich mich jetzt schon und ich mal mir immer wieder aus wie's wird. In ca. 4 Wochen weiß ich es. :)
Ich freu mich jetzt auf's Konzert und wünsch auch euch einen schönen Abend!
Alles Liebe,
carmen

Donnerstag, 10. September 2015

Tag 108, verirrt in Tschechiens Wäldern

Liebe Menschen,
Odysseus hätte in mir eine würdige Schülerin gefunden. Ich würde oberflächlich sagen, das war heute die Krönung der Kette falscher Entscheidungen, was zu einer ziemlichen Irrfahrt führte - zum Glück ohne Circe, Kalypso oder ... - wobei, wer weiß, was mich da gerufen hat, vielleicht als Abenteuer getarnte Sirenen!?

Mittwoch, 9. September 2015

Tag 107, letzter Tag im regnerischen Mühlviertel

Liebe Menschen,
mein gestriges Quartier war mal wieder ein inverser Jackpot! Ohne großartig nachzudenken nahm ich das Zimmer im Erd-/Kellergeschoss, also eine recht kalte Angelegenheit. Der schon ältere Vermieter nimmt's mit der Sauberkeit nicht so genau. Wäre mir prinzipiell egal gewesen, aber als ich die Toilette sah, bekam ich einen mittelprächtigen Ekelanfall. WC-Benutzungsrisiko auf ein Minimum reduzieren lautete der Auftrag an meinen Körper.

Dienstag, 8. September 2015

Tag 106, der Weg wird noch nicht leichter

Liebe Menschen, wieder mal war heute  Umplanung nötig, weil auf der beabsichtigten Route kein Quartier zu bekommen war. Dieses, hier in Bad Leonfelden ergatterte, ist alles andere als appetitlich und schon gar nicht warm. Merke: die oberen Zimmer sind immer wärmer als das im Kellergeschoss mit Fliesenboden. Ich ess jetzt noch was, damit der Körper was zum Heizen hat und ich Schokolade zum Dessert will. ;) Zumindest hab ich ein Federbett. Morgen hab ich wieder ein besseres Zimmer (hoffe ich)! :) Halleluja!

Montag, 7. September 2015

Tag 105, Fauna gegen Schlechtwetterlaune :)

Liebe Menschen,
von der Moldau nix gesehen. Ich verbringe Stunden mit Quartiersuche für den kommenden Tag, sodass die Freude am Schreiben grad nicht sehr ausgeprägt ist. Heute war ich mal wieder ordentlich durchgefroren. Am Bärenstein statt Moldaublick Nieselregen der bei kräftigem Wind waagrecht daherkam. Mit eiskalten Fingern ging ich mit einem Herrn und zwei Buben wieder runter - sie lenkten ein bisschen von der Moldau-Enttäuschung ab - und eilte dann die nächsten Kilometer zum Gasthaus, wo es nach dem zweiten Tee endlich wieder wohltemperiertere und greiffähige Finger für mich gab.

Sonntag, 6. September 2015

Tag 104, frostig

Liebe Menschen,
nach der enormen Hitze letztes Wochenende hab ich nun mit der Kälte meine liebe Not. Heute hatte ich Glück was den Regen angeht - nur kurzes Nieseln - jedoch starken, kalten Wind, der im Wald dafür sorgte, mich mit dem Wasser von den Bäumen zu taufen. Meine Hände waren zwischendurch so durchgefrostet, dass ich die Stöcke nahm, um durch die Bewegung etwas gegen die Klammheit zu tun. Es half nur wenig. Knöpfe oder Reißverschlüsse waren eine Herausforderung.

Samstag, 5. September 2015

Tag 103, Nachträge

Liebe Menschen,
ich habe heute nach einem Anruf von Petra - ja genau, meine Beherbergerin in Leutschach mit der Infrarotkabine :) - beschlossen einen ganz gemütlichen Nachmittag zu machen und bin nach eh schon 19 gewanderten Kilometern in Oberkappel geblieben. Ich hab in einer Pension - einer umfunktionierten alten Mühle - ein Zimmer bekommen. Etwas frisch ist es, aber da ich ohnehin nur im Bett liegen und lesen möchte, passt das ganz gut. ;) Ja, ich hab wieder ein Buch - weiß nicht, ob ich das schon erwähnt hab. Als das Zelt draußen war, musste/konnte/durfte wieder ein Buch rein! :)
Durch dieses Geschenk eines laaaaangen Nachmittags, des noch wachen Geistes und der Schreiblaune werd ich heute ein bisschen was ergänzen zu den letzten Tagen. Ihr werdet schon gemerkt haben, die sind etwas kürzer ausgefallen, z.T. aus Müdigkeit, z.T. aus Unlust.

Das Oberösterreichische Volk stellt sich als sexuell hoch aktiv heraus - von der Begegnung in der Au hab ich ja schon erzählt. So kam es vorgestern, dass so gegen 11.30 Uhr (kann schon fast die Uhr danach stellen) das Bedürfnis nach verbrennbarem Muskelfutter schon recht dringlich war, ich aber aufgrund des vorangegangenen Regens kein geeignetes Platzerl gefunden hatte, um mich dazu hinzusetzen. Bei langen Tagesetappen ziehe ich es vor im Sitzen zu essen und den Rucksack abzustellen - im Idealfall zieh ich sogar die Schuhe aus. Wenn's gar nicht anders geht oder der Weg nicht so lang ist, kommt es auch vor, dass ich mal im Gehen diniere - ohne Stoffserviette auf den Knien muss man sich das vorstellen. Also, nach einiger Zeit des Ausschauhaltens sah ich schon aus einiger Entfernung in einer Kurve ein Wegkreuz zwischen zwei hohen Bäumen, von "Sterzbam" umgeben und ein nettes Bankerl. Sogar ein Mistkübel stand da, der ging aber schon über. Als ich meinen Rucksack auf die Bank parkte streifte mein Blick die Verpackung eines Kondoms, und ich war von der Eignung des Platzes zum Jausnen nicht mehr ganz überzeugt. Der Hunger siegte und als Meisterin der Verdrängung schaffte ich es auszublenden, dass einen Meter entfernt auch der benutzte Inhalt der vorhin erwähnten Verpackung lag. Gut, dass ich beim Frühstück etwas einpacken hatte können, Hartwürstl wären in Anbetracht der Umstände sicher nicht appetitfördernd gewesen.
Da das so üblich ist, musste ein Schuldiger  gefunden werden - und den/die hatte ich gleich. Wenn die Menschen ihre Plastikflaschen zusammendrücken würden, bevor sie diese in einen ohnehin kleinen Kübel am Rastplatz werfen, dann wären die nicht ständig überfüllt und meine Speisung wäre genussvoller verlaufen als beim Anblick dieses DNA-Pools. Meinen Müll hab ich mitgenommen, das geht nämlich auch - als kleine Anregung! ;)
Seid froh, dass ich nicht Umweltministerin oder sowas bin - ich würde für PET-Flaschen, Dosen, Tetrapacks und Zigarettenschachteln Pfand verlangen. Ich denke, wenn ich all den Müll, den ich gesehen habe, gesammelt hätte, wären schon mehrere Tonnen voll. Oft heb ich eh was auf, aber wenn das Zeug nass ist oder schmutzig, dann ist das so eine Sache mit dem Mitnehmen, außerdem ist das Bücken mit dem Rucksack auch nicht so angenehm - vom In-die-Knie-gehen red ich da noch gar nicht...
Vielleicht sollte man Müllfächer in Autos serienmäßig einbauen... oder was weiß ich, was da helfen würde. Ich werd mal bei Gelegenheit auf eine geniale Eingebung warten.

Meine bisher besuchten Aussichtspunkte waren ziemliche Enttäuschungen, teilweise wegen Regen oder Nebel oder zugewachsen (das ist verzeihbar - Natur steht halt nicht still). So hab ich mich heute schon sehr auf die Donau gefreut, leider hat sie die Erwartungen nicht erfüllt. "An der schnöden braunen Donau", sag ich da nur mehr. Hätt ich voraussehen müssen. Wer Österreich ein bisschen kennt, weiß ja, dass blau und braun nah beieinander liegen. Außerdem haben Salzach und Inn es ja schon angekündigt - dabei waren die beide in ihrer Jugend so schön anzusehen. :-/
Um die Donau blau zu sehen, muss man vielleicht auch ins Schwarzwald.
Bunt war dafür die Beladung eines Donaufrachtschiffes, das Autos beförderte. Das hat mich dann doch beeindruckt. Mir kam das Ding riesig vor!
Nun bin ich also im Mühlviertel und demnächst an der Tschechischen Grenze und ich hoffe wirklich sehr, dass der Blick auf den Moldaustausee und das Naturschutzgebiet gelingt - in Universum (An Österreichs Grenzen) hat es beeindruckend ausgesehen. :)

Vor ein paar Tagen hab ich wieder Ausschlag an den Füßen bekommen, die noch immer recht dick waren. Ich glaub, der Ausschlag kam von den Goretex Schuhen, die ich nun wieder trag. Da kommt halt den ganzen Tag a ziemlicher Dampf zsamm.
Somit hab ich vorgestern spätabends noch eine Selbsthypnose probiert, die die letzten Rötungen in zwei Tagen beseitigt hatte. Da ich zu müde war, mich auf einen Sessel zu setzen und stattdessen im Bett lehnte, schlief ich fast ein und hatte wenig Hoffnung auf Wirksamkeit. Zu meiner Überraschung war der Ausschlag gestern schon fast weg und nachdem ich mir heute Nacht die Nase viermal(!!) pudern musste (ich dachte schon an spontane Alterung), haben meine Füße wieder Aschenputteldimensionen erreicht! :) Wieder herrliche Zehenfreiheit im Schuh. Das brachte mir heute schon einen belustigten Funkspruch aus dem Basecamp, ich sei ein physiologisches Perpetuum Mobile. :-D
Mit dieser freudigen Nachricht begeb ich mich nun in den Ruhemodus.
Inzwischen alles Liebe!
carmen

Freitag, 4. September 2015

Tag 102, freiwillig am Weg

Liebe Menschen,
endlich Waldwege und wenig Asphalt. Heute mal keine 30km, sehr angenehm. :)
Es herbstlt schon, und ich bin zu anständig um mehr als eine Zwetschke zu fladern ohne schlechtes Gewissen zu bekommen, dabei wären sie soooo gut. Die bisherigen Aussichtspunkte waren leider aufgrund des trüben Wetters nicht zur Weitsicht geeignet. Morgen geht's über die Donau - wer braucht schon Fernsicht, mit der nötigen Geduld und Wadlsaft stiefelt man einfach hin.
Morgen Mühlviertel - es geht voran!  Aufgrund fehlender Quartiere ist eine Etappenplanung nicht nötig sondern vorgegeben.

Donnerstag, 3. September 2015

Tag 101, OÖ und seine Bäume

Liebe Menschen,
heute habe ich unter anderem Schärding   durchwandert und war ganz hin und weg von diesen hübschen bunten Häusern im Zentrum! Außerdem hat mir eine entzückende Dame mit körperlichen Einschränkungen den kürzesten Weg zum Inn erklärt - sie hätte mich sogar begleitet, wäre nicht ihr Bus gefahren und auf einen Kaffee eingeladen. Leider liegt ihr Wohnort nicht auf meiner Route.
Der Rest waren viele kleine Dörfchen und etwas Innufer durfte auch wieder nicht fehlen - gleich wie der Regen.

Mittwoch, 2. September 2015

Tag 100!!!

Liebe Menschen,
mein Jubiläum wurde mit Kilometern auf die Waden geklatscht - laut Bücherl 36 in grober Schätzung. Ich würde heute gern so viel erzählen, aber es ist schon so spät. Wollte heute mal sämtliche SMS beantworten. Danke, ihr Lieben! :)
Nach Wegsperre und anfänglichen Irrwegen bin ich doch noch rausgekommen aus Braunau, wieder ein Damm mit leider nur ganz wenig Blick in die herrliche Aulandschaft.

Dienstag, 1. September 2015

Tag 99, Schlimmer geht´s immer!

Liebe Menschen,
wenn man glaubt, die schlimmste Nacht hätte man hinter sich, dann muss ich kontern, denn schlimmer geht's immer! ;) Mein Zimmer hatte keine Jalousien oder Balken, Fenster südseitig, also richtig warm. Kein Problem, abends kann man anständig lüften - mit jedem frischen Luftmolekü(h)l kam Erleichterung und mit jedem 2. eine Gelse! Das Gesurre und Gesteche nahm kein Ende auch der Blutdurst und die Schlaflosigkeit nicht.