Montag, 9. November 2015

Danke für eure Begleitung!

Liebe Menschen,
ich hatte mir vorgenommen, noch ein paar Blogeinträge zu schreiben, aber wenig schien mir erzählenswert. Derzeit bin ich damit beschäftigt, die Blogposts buchtauglich zu machen. Für alle, die es interessiert: Das Buch wird zum größten Teil aus den Bloginhalten bestehen, mit mehr Fotos (hoffentlich) und ein paar zusätzlichen Kommentaren bzw. hab ich vor, noch mehr persönliche Eindrücke und vor allem die Höhen und Tiefen zu beschreiben, die ich durchlebt habe und mir erzählenswert erscheinende Besonderheiten meiner Reise, die hier noch nicht veröffentlicht wurden. Anfragen für Vorträge gibt es auch schon.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Die Tage danach

Liebe Menschen,

ankommen ist so eine Sache. Nach einer ersten furchtbar schlechten Nacht war ich wie verkatert. Der emotionale Rausch hat also auch Auswirkungen - nur die Leber grinst unbeschadet vor sich her.

Der erste Abend und die nächsten beiden Tag sind gekennzeichnet von massiver Müdigkeit, Plan- und Hilflosigkeit in den banalsten Dingen des Alltags, der Kopf ist wie mit Watte ausgestopft:
Nach der Feier zu meiner Ankunft finde ich mich völlig planlos vor meinem Rucksack im Zimmer stehend. Das pinke, wasserdichte und so vertraute Sackerl mit den Toilettsachen halte ich mit beiden Händen vor meinem Brustkorb und steh eine halbe Minute da wie angewurzelt, weil ich weiß, dass ich es nicht brauche, aber nicht weiß, wie ich ohne das Sackerl jetzt tun soll. Mein Verstand zwingt mich dann, es wieder hinzulegen und einfach ins Bad zu gehen, wo ich ohnehin alles finde, was ich brauche.

Dienstag, 13. Oktober 2015

Tag 137, ein bunter Strauß voll Emotionen

Liebe Menschen,
gestern Abend hatte ich nette Gesellschaft. Walter Schmidbauer schreibt u.a. für die Kleine Zeitung und hat mich besucht, da er für seinen Bericht ein paar Fotos benötigte. So trafen wir uns Nahe Bonisdorf beim Gasthof Mertschnig (Rogan) an der Slowenischen Grenze, wo ich die letzte Nacht verbrachte.

Samstag, 10. Oktober 2015

Fortsetzung folgt...

Liebe Menschen,
bleibt noch ein bisschen dran! Die abschließenden Berichte kommen noch - sobald ich Zuhause in Graz bin und am Laptop schreiben kann. ;)
Alles Liebe,
carmen

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Tag 136, der Tag vor dem Letzten

Liebe Menschen,
die Nacht war semioptimal: wirrer, wacher Kopf, schmerzende Stellen an den Füßen, eine Gelse, die mehrmals zugestochen hat... So kam ich dazu, Frau Merkel zu erleben und bin beeindruckt von der Glaubwürdigkeit, die sie ausstrahlt. Auch der darauffolgende Film machte mich nicht müde, aber hungrig, sodass die Vollkorn-Prinzenrolle bald vertilgt war. :)

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Tag 135, Raindrops keep falling on my head

Liebe Menschen,
das Südburgenland war heute in dicke Wolken und Nebel gehüllt. Das Hotel hat den bisherigen Nächtigungspreiserekord gebrochen. Ich hätte nicht gedacht, dass das Burgenland hier mit 2 Hotels vorne liegen würde. Leider war die einzige Pension in Güssing wegen Krankheit geschlossen. :-/
Bei Regen sind wir, ein roter und ein blauer Haufen auf Beinen losgezogen. Durch die Begleitung musste ich heute nicht auf altbewährte Regenbeschäftigungen, wie Tagesziele ab Straden aufzählen, Liedertitel suchen, in denen es um Regen geht, aus den Tropfengeräuschen auf der Bellarine Musik raushören, usw. zurückgreifen.

Dienstag, 6. Oktober 2015

Tag 134, fa(u)natisch

Liebe Freunde der stinkenden Wanderleiberl,
heute muss ich enttäuschen, ich duftete (chlorig) durch den Wald. Wackelige Stiche zieren im nicht-passenden Grau meine Wanderhose, die an manchen Stellen schon löchrig wurde. Ich hätte gleich einen roten Faden nehmen sollen. Das hätte zumindest Wanderstil gehabt.
Heute hatte ich ganz besondere Begleitung: meinen Vater. :) Meine Beine inklusive der Revolverknie hab ich eindeutig von ihm. Die Beschwerden sind auch recht ähnlich. Naja... kann man sich halt nicht aussuchen.

Montag, 5. Oktober 2015

Tag 133, Ruhemodus

Liebe Menschen,
der Ruhetag gestaltet sich nicht ganz wie erwartet, da der Whirlpool außer Betrieb und am Nachmittag die Küche geschlossen ist, was man mir heute Morgen leider nicht mitgeteilt hatte. Wer weiß wie ich drauf bin, wenn ich hungrig bin, wird soeben sehr froh sein, nicht mit mir in einem Raum sein zu müssen. Die Hälfte meines Proviantsackerls hab ich schon vertilgt.
Die restlichen Quartiere sind seit heute auch gebucht, somit brauch ich mich damit nicht mehr herumärgern die letzten 4 Tagen.

Tag 132, hier vor 4 Jahren

Liebe Menschen,
gestern Abend habe ich den Wecker erst auf halb 9 gestellt, da ich heute eine gemütliche Wanderung vor mir hatte mit 23 Kilometern (lt. Wanderführer - ich glaube, es waren weniger). Meine innere Uhr ist leider schon so gut getimed, dass um spätestens 6:45 Uhr die Nacht vorbei ist. Die Strecke an sich kenne ich schon von vor 4 Jahren.

Samstag, 3. Oktober 2015

Tag 131, gemeinsam über'n "Gschriewanen"

Liebe Menschen,
nur zur Aufklärung "Zigeuner" sind eine Apfelsorte, dunkelst rot, schneeweißes festes Fruchtfleisch... einfach köstlich. ;)
Stephan bestätigt, dass mein Leiberl rettungslos stinkt - wahrscheinlich der Grund, warum wir heute keine Tiere gesehen haben. Sie wittern mich schon gegen den Wind. ;) Außer Schlangen, die sind da nicht so heikel, so scheint's.

Freitag, 2. Oktober 2015

Tag 130, nur ganz kurz ;)

Liebe Menschen,
es gab einen feinen Start in den Tag mit tollem Frühstück mit Andrea. Sie ist noch ein Stück mit mir gegangen - so fein! :)
Liebe Andrea, herzlichen Dank für alles und es ist wunderbar dich kennen gelernt zu haben. Ich freu mich sehr auf ein Wiedersehen! :)
Der Weg führte heute durch viele Wälder, das Wetter war herrlich, wenn auch teilweise starker Wind wehte.

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Tag 129, ich wurde beamtshandelt

Liebe Menschen,
von Marz bin ich heute aufgrund der kurzen Etappe erst spät, dafür schon bei Sonnenschein, vom bisher teuersten Quartier (weil 12€ Einzelzimmerzuschlag) aufgebrochen.
Der Burgenländische Taferlscharlatanismus (2 Wege, der Pfeil zeigt zwischen die beiden Möglichkeiten) ließ mich schon 200m nach dem Hotel die erste Einheimische in Morgenmuffellaune um Rat fragen. Eine sehr betagte Dame, die kurz darauf aus einem Haus trat, grinste mich freundlich an und frohlockte über den Sonnenschein, und dass wir eh keinen Winter bräuchten, wo ich ihr lachend zustimmte.

Mittwoch, 30. September 2015

Tag 128, so viele Gespräche :)

Liebe Menschen,
das Frühstück war hervorragend (endlich mal anderer Käse), sogar mit Obst und die beiden Mannen des Hauses (Vater und Sohn) waren gesprächig, sehr bemüht und absolut wandererfreundlich. ;) So wurde schon beim Frühstücken über's "Mariazellpilgern" geplaudert, das der Vater schon mehrmals hinter, der Sohn demnächst vor sich hat. Das Hotelzimmer war ganz fein, der Fernseher bildet hier nicht den Mittelpunkt des Raums. Insgesamt ein empfehlenswertes Haus - würde sofort wieder kommen. :)

Dienstag, 29. September 2015

Tag 127, Schwärmereien

Liebe Menschen,
heute Morgen war es schon sehr kalt, sodass ich anfangs beide Jacken an hatte. Das Zimmer war nicht beheizt, somit keine Chance, dass die Wäsche trocknen hätte können. Die Socken hab ich trocken getragen, beim Leiberl war's mir bei dem Wind zu riskant mich zu verkühlen, deshalb baumelte das nasse Shirt am Rucksack. Hier findet von der Unterhose bis zum Regenponcho immer wieder mal etwas einen Platz an der Sonne.

Montag, 28. September 2015

Tag 126, "imma grodaus"

Liebe Menschen,
der Morgen begann kühl - gut, es ist Ende September - und windig - okay, Burgenland halt - also, als ganz normaler Tag... den Umständen entsprechend. ;)
Was hier im Burgenland zu jeder Wegbeschreibung gehört wie das Amen im Gebet, ist der abgewinkelte Arm, der sich nach vor streckt und wieder abwinkelt und streckt (Anzahl der Beugungen persönlichkeitsabhängig) und die Worte "...und dann imma grodaus!". :)

Sonntag, 27. September 2015

Tag 125, "guider Dog" unter Hasen

Liebe Menschen,
heute gab's frisch gebackenes Brot zum Frühstück. Ich hab mich eindeutig wohlgefühlt, denn ich bin erst nach 10 Uhr nach Dt. Jahrndorf gefahren. Ja, ICH bin gefahren. Ich darf berichten, dass mir 50 km/h im Ort, sowie 70 freiland wie die schlimmste Raserei vorkamen. Kuppeln bzw. schalten war eine ruckelige Angelegenheit, und ich war danach heilfroh wieder im Schritttempo fortzusetzen - endlich mal wieder bei Sonnenschein!
Aufgrund des sehr späten Starts wich ich vom 07er ab und ging etwas direkter nach Nickelsdorf. Auch hier keine Schutzsuchenden zu sehen, der Ort war ganz ruhig, wie jeder andere, einzig die zwei vorbeifahrenden Polizeiautos und mehrere Wiener Taxis ließen vermuten, dass an der Grenze vielleicht mehr los sein könnte. Mein Weg führte zwar durch den Großteil des Ortes, aber wüsste man's nicht, wäre es ein Ort wie jeder andere auf meinem Weg. Das Einzige, was an die Hilfesuchenden erinnert ist eine Zeichnung auf der Straße, ein Pfeil und die Buchstaben "T R A I N". Auch der Mann, den ich am Ortsbeginn getroffen hatte, sprach nicht über die Menschen, sondern war neugierig wegen meiner Wanderung. Alles hier scheint gut geregelt zu sein. Meine Vorstellung, der ganze Ort sei mit Menschen überfüllt, wurde nicht zur Realität. Ich habe den Eindruck, dass Gemeinde, Bevölkerung und Polizei/Bundesheer sehr gut mit der Situation umgehen.
Das Highlight des Tages: Ich habe wahrscheinlich 2 groooooße Wildschweine mehrere hundert Meter (deshalb "wahrscheinlich" - "schaßaugat" wie i bin) vor mir gesehen. Ja, im flachen Burgenland mit seinen oft schnurgeraden Straßen und Wegen geht das! ;)  Auf jeden Fall haben zwei sehr große schwarze Knäuel den Weg gekreuzt - ich wüsste nicht, was es sonst gewesen sein sollte!
Was ich hingegen erkannt habe, sind die unzähligen Feldhasen, die mir um die Ohren geflitzt sind! :) Ich bin ein bisschen verliebt in ihre Löffel - speziell in diese schwarz-weißen Fleckerl an den Spitzen! Reicht völlig aus für meine Glückseligkeit. ;) Leider lagen auch einige pelzige Überreste auf den Straßen. Kein schöner Anblick... Nach der Ernennung des Waldviertels zum Mausland wird nun das (nördliche) Burgenland zur Hasennation von mir ausgerufen. :)
Zudem darf ich berichten, dass ich den Dialekt extrem mag - der is afoch guid! ;)
Nächstes Zwischenziel wird der Neusiedlersee, den ich wie den Königssee mit Boot überqueren werde.
Alles Liebe,
carmen g.(ht)

Samstag, 26. September 2015

Tag 124, durchs "Gatter"

Liebe Menschen,
zum dritten Mal in Folge starte ich in der Regenhose in einen trüben Tag. Eine Durchquerung eines Wildgatters wurde mir bereits im Wanderführer prophezeit. Als ich das Gatter erreiche, regnet es doch ganz ordentlich, und ich muss aufpassen, dass ich mit Bellarine und einer Schicht Gatsch auf den Schuhen nicht von der Metallleiter rutsche oder mich "dahasp'l". Gatter sind nicht mein Ding.

Freitag, 25. September 2015

Tag 123, mit dem Papst in der Wanne

Liebe Menschen,
meinen rechten Knöchel musste ich gestern Abend anständig mit Arnikasalbe einreiben und Globoli vom selben Kraut dazu. Selbsthypnose hab ich auch angewendet, weil ich noch Zeit hatte. In der Nacht tat er noch weh, beim Aufstehen war der Fuß schmerzfrei - abgesehen von der mittlerweile gewohnten, morgentlichen Steifigkeit. Ich bin froh, dass mich bei diesen ersten paar Metern niemand sieht. Man könnte beim Anblick meines Ganges zu dem Schluss kommen, die nächtliche Kontrolle diverser nicht unwichtiger Schließmuskel habe versagt. ;)

Donnerstag, 24. September 2015

Tag 122, Donauau-Majestäten

Liebe Menschen,
ich bin heute von Groß-Enzersdorf weitergezogen und muss gestehen in der Lobau wusste ich längere Zeit nicht so genau, wo ich mich befinde, was bei der ausgezeichneten Markierungsarbeit aber auch nicht weiter schlimm war. Herrliche Platzerl gibt's dort. Viele der Wasserflächen sind allerdings - wohl wegen der heurigen Trockenheit - sehr zurückgegangen bzw. fast verschwunden an manchen Stellen. Danach musste ich den ersten Damm entlang - kilometerweit geradeaus! Also, musste wieder mal Musik als Schrittmacher her. Zudem befand ich mich in der Startschneise vom Flughafen Schwechat und fast im Minutentakt tosten die Maschinen über mir davon. Direkt darunter hat's auch ganz schön gestunken. :-/

Mittwoch, 23. September 2015

Tag 121, Walzer auf der Donauinsel

Liebe Menschen,
was für ein Tag! :)
Wien hat... nein, besser: die WienerInnen haben sich mir von einer unerwartet freundlichen Seite gezeigt. Beim Betreten der Donauinsel hatte ich gleich das Bedürfnis heute mit Musik zu gehen bei stundenlangem Geradeaus. ;) Mit so viel Grün hatte ich nicht gerechnet... mit so vielen grüßenden Menschen auch nicht (man erinnere sich an meinen Einstand im Waldviertel). So hab ich beschlossen einen Ohrstöpsel draußen zu lassen, um kommunikationsfähig zu bleiben.

Dienstag, 22. September 2015

Tag 120, ein Wald schöner als der andere

Liebe Menschen,
es ist unsagbar, was so ein Ruhetag bewirkt. Auch wenn ich die Verspannungen in so kurzer Zeit nicht aus den Fusserln bring, der heutige Tag war gleich wieder viel leichter und spürbar fitter zu bewältigen. Seit Langem war ich in der Früh mal wieder flott und bin um Viertel 9 bei ziemlich frischen Temperaturen motiviert losgezogen - mit der Aussicht knapp an das nächste mentale Abschnittsziel Wien zu kommen. Gleich nach Großrußbach hatte ich einen kurzen, schönen Waldabschnitt, den ich schnaufend (weil mit Frau Mama telefonierend) hochwanderte - zum Stehenbleiben war's noch zu kalt.

Montag, 21. September 2015

Tag 118 und 119, Begleitung vor dem Ruhetag

Liebe Menschen,
ich wurde in den letzten beiden Tagen wahnsinnig verwöhnt. Ich hatte Begleitung. :) Gestern kam am Vormittag Chrissy zu Besuch um mich einen Tag zu begleiten nachdem ich mit Hannes und Klaus noch ausgiebig gefrühstückt hatte. Alle drei kämpften wir mit dem Gold im Mund und die beiden Herren wohl auch mit dem Beelzebub am Gaumen. ;)
Lieber Hannes, lieber Klaus, ich hab mich gefreut, dass ihr die Abfahrt noch verzögert habt bzw. der "Gassirunde" des Taxidienstes Vorzug gegeben habt! :-D

Sonntag, 20. September 2015

Tag 117, Überraschungsbesuch

Liebe Menschen,
die Nacht war ein Graus... zu viel, zu spät gegessen, ein Kissen für 200kg-Kolosse, eine juckende Ferse, Nachrichten angeschaut vorm Schlafen gehen. So hab ich mich bis 1 Uhr morgens hin und her gewälzt. Das mit Primaloftjacke und Kleidung gefüllte Sackerl ersetzte den dicken Polster, der Juckreiz wurde mit Salbe versorgt, Smetana wurde durch Meditationsmusik ersetzt (half wenig), letztlich beschwerte Papst Franziskus mit einem ernsten Thema (Laudato si) die Augenlider, sodass ich endlich Schlaf fand.

Freitag, 18. September 2015

Tag 116, Umkehr aus Unbehagen

Liebe Menschen,
bei spannend bewölktem Himmel bin ich nach leckerem Frühstück und einer Weintraube als zusätzlicher Wegzehrung heute von Retz aufgebrochen. Aus irgendeinem Grund beschloss ich mitten auf einem Feldweg in Mailberg um ein Zimmer anzufragen. Im Schloss hätte ich noch ein Schnäppchen ergattert um 100€. Dann vielleicht doch lieber eine kürzere Etappe! ^^ In Haugsdorf fand ich dann endlich ein freies Zimmer - leider trotz des mittlerweile tollen Wanderwetters nur eine sehr kurze Etappe. :-/

Donnerstag, 17. September 2015

Tag 115, vom Weinviertel positiv überrascht

Liebe Menschen,
in der Hammerschmiede wurde ich zum Frühstück mit Weinbergpfirsichen verwöhnt und durfte auch welche mitnehmen zur Jause. :)
Der Weg der Thaya entlang war unbeschreiblich still - der Fluss fließt hier ganz langsam und gleicht fast einem See. Durch dieses sich windende Flusstal und den umliegenden Wald sind sämtliche Lärmquellen ausgesperrt. Die Sonne blinzelte durch die Blätter und es wäre sehr genussreich gewesen hier entlang zu gehen, hätten nicht sämtliche hier lebende Spinnen ihre Fäden über den Weg gespannt.

Mittwoch, 16. September 2015

Tag 114, Kilometer spulen in Mausland

Liebe Menschen,
der Gasthof zur Mühle und vor allem die Wirtin stellten sich als höchst freundlich heraus. Da die Zimmer alle belegt waren, wurde ich in der Ferienwohnung, ich glaube zum Zimmerpreis, einquartiert. Beim Frühstück durfte ich ein Jausenweckerl einpacken und außerdem das private WLAN benutzen, um die Nummern für mögliche Quartiere zu googlen.

Dienstag, 15. September 2015

Tag 113, Begegnungen ;)

Liebe Menschen,
heute morgen beim Frühstück hab ich Andrea kennengelernt. Sie geht den Thayatalweg (TTW) im Sinne einer Kulturwanderung - soll heißen gemütliche Etappen, aber mit kulinarisch-kulturell-historischem Eintauchen und allem was sonst noch dazugehört. Wir haben uns ganz wunderbar unterhalten. Das war eine der Begegnungen, die so herrlich war, dass ich sie auf gar keinen Fall missen möchte und wieder so ein Zufall.

Montag, 14. September 2015

Tag 112, kurzer Tag

Liebe Menschen,
aus den 30 Kilometern ist heute nichts geworden - nur schlappe 18 bei gar nicht wenig Regen. Die Erdäpfelernte ist hier überall voll im Gange mit großen Maschinen. Falls es hungrige Menschen gibt: Da sind noch genug kleine Erdäpfel auf den Äckern.

Sonntag, 13. September 2015

Tag 111, Gourmetwadeln

Liebe Menschen,
heute hat mich der Frühnebel und die Phobie meiner Beherberger gegen Gold im Mund erst nach 9 Uhr aufbrechen lassen. Die Blockheide, ein Gebiet in dem zum Teil riesige rundliche Felsen herumstehen/-liegen, hat's mir besonders angetan. Das Warten bis zur Öffnung und den Gang auf den Aussichtsturm hätte ich allerdings nicht gebraucht, da sich hier im Bezug auf die Felsformationen kein besonderer Ausblick bietet. Ich bin wieder auf langen Waldwegen dahingestreunt, hab mich an einem frechen Eichhörnchen erfreut und das angenehme Wanderwetter genossen. Zudem habe ich beschlossen, dass Wackelsteine eher was für Sumoringer sind als für Fliegengewichtsweitwanderinen.

Samstag, 12. September 2015

Tag 110, "Griaß di", ade!

Liebe Menschen,
das Konzert gestern war noch richtig fein! Auch die Hüttenkatze war nach anfänglichem Fluchtversuch ganz angetan. :)
Beda hat auch einen Song über Smartphones geschrieben - da hab ich doch glatt an mein altes Handy denken müssen.^^

Freitag, 11. September 2015

109, Wunscher- und Rucksackfüllung

Liebe Menschen,
der heutige Tag zeigt wieder, dass vieles das nicht läuft wie man es sich wünscht, am Ende nötig war, damit etwas anderes eintrifft, das man sich gewünscht hat. Dazu später.
Ich bin heute gut ausgeruht, schön angewärmt und freudig aufgebrochen nach Karlstift. Warum freudig? Nachdem mein Basecamp-Chief und mein geplanter Besuch erkrankt sind - werdet bald gesund ihr Lieben! - haben sich mein Vater und mein Bruder ganz flott bereiterklärt, mir ein paar sehnlichst erwartete Trümmer nach NÖ zu bringen. Jaaaaa, Niederösterreich erreicht! :) Nun freu ich mich darüber, nicht mehr Wasser in Zahnschmerztemperatur trinken zu müssen, Hosenknöpfe und Reißverschlüsse zukünftig auch bei kaltem Wetter öffnen und schließen zu können und den letzten Abschnitt meiner Runde - den Ostösterreichischen Grenzlandweg (07) - auch in Kartenform bei mir zu haben und gut gewappnet gegen Wind und Wetter antreten zu können.
Wir haben gemeinsam zu Mittag gegessen und ein bissl geplauscht, bevor wir in entgegengesetzte Richtung loszogen. Herzlichen Dank für die Lieferung euch beiden!  :)
Fast ein bisschen hämisch kam mir das Lachen der Sonne vor, das mir auf den mit warmen Sachen gepackten und spürbar schwereren Rucksack schien. Egal! So schön war's, dass ich die Hosenbeine abzippte und modisch aus der nicht vorhandenen Wanderermasse hervorstach mit meinen Leggings unten drunter UND seit Tagen wieder eine schöne Pause auf einem sonnigen Bankerl genoss. :) So macht das Weitwanderleben richtig Spaß!  :)
Am Nebelstein war's sehr windig, weshalb ich den Ausblick nur kurz genoss und passend dazu gleich in die Hütte stürmte.
Die Nebelsteinhütte wird seit heuer von drei jungen Männern bewirtschaftet und hält einige Köstlichkeiten bereit. Neben hiesigem Ziegenkäse, Karpfen aus Weitra, Falafel und Erdäpfelkasbrot (typisch oberösterreichisch, glaub ich) gibt es wohlschmeckenden hausgemachten Melissen- und Zwetschgensaft sowie Apfelsaft vom Biobauern. Besonders lustig: Vor gar nicht langer Zeit hab ich mir überlegt, wieso man auf den Hütten keinen selbstgemachten Eistee bekommt. Erfrischend, belebend und mit wenig Aufwand herzustellen. Und was soll ich sagen, auf meiner letzten Hütte der Tour gibt es ihn!
Die Crew ist sehr entspannt und war unglaublich bemüht für mich einen möglichst ruhigen Schlafplatz zu finden. :)
So, und jetzt die Aufklärung zu oben. Ich hab immer wieder mal davon geträumt wie fein es wäre auf einer der Hütten Musik zu haben und die Leute zum Tanzen zu bringen. Und hier ist heute ein Konzert von einem Liedermacher (Mundart) namens Beda mit Palme, der "Fogrock" spielt. Ob getanzt wird, weiß ich nicht, aber Livemusik ist schon ein ziemlicher Luxus.
Wäre ich gestern nicht in Tschechien umhergeirrt, wäre ich einen Tag zu früh hier gewesen.
Einen kleinen Traum hab ich noch - das letzte Stück zum Haus meiner Eltern (meinem Start) hochzugehen. Auf dieses Ankommen freu ich mich jetzt schon und ich mal mir immer wieder aus wie's wird. In ca. 4 Wochen weiß ich es. :)
Ich freu mich jetzt auf's Konzert und wünsch auch euch einen schönen Abend!
Alles Liebe,
carmen

Donnerstag, 10. September 2015

Tag 108, verirrt in Tschechiens Wäldern

Liebe Menschen,
Odysseus hätte in mir eine würdige Schülerin gefunden. Ich würde oberflächlich sagen, das war heute die Krönung der Kette falscher Entscheidungen, was zu einer ziemlichen Irrfahrt führte - zum Glück ohne Circe, Kalypso oder ... - wobei, wer weiß, was mich da gerufen hat, vielleicht als Abenteuer getarnte Sirenen!?

Mittwoch, 9. September 2015

Tag 107, letzter Tag im regnerischen Mühlviertel

Liebe Menschen,
mein gestriges Quartier war mal wieder ein inverser Jackpot! Ohne großartig nachzudenken nahm ich das Zimmer im Erd-/Kellergeschoss, also eine recht kalte Angelegenheit. Der schon ältere Vermieter nimmt's mit der Sauberkeit nicht so genau. Wäre mir prinzipiell egal gewesen, aber als ich die Toilette sah, bekam ich einen mittelprächtigen Ekelanfall. WC-Benutzungsrisiko auf ein Minimum reduzieren lautete der Auftrag an meinen Körper.

Dienstag, 8. September 2015

Tag 106, der Weg wird noch nicht leichter

Liebe Menschen, wieder mal war heute  Umplanung nötig, weil auf der beabsichtigten Route kein Quartier zu bekommen war. Dieses, hier in Bad Leonfelden ergatterte, ist alles andere als appetitlich und schon gar nicht warm. Merke: die oberen Zimmer sind immer wärmer als das im Kellergeschoss mit Fliesenboden. Ich ess jetzt noch was, damit der Körper was zum Heizen hat und ich Schokolade zum Dessert will. ;) Zumindest hab ich ein Federbett. Morgen hab ich wieder ein besseres Zimmer (hoffe ich)! :) Halleluja!

Montag, 7. September 2015

Tag 105, Fauna gegen Schlechtwetterlaune :)

Liebe Menschen,
von der Moldau nix gesehen. Ich verbringe Stunden mit Quartiersuche für den kommenden Tag, sodass die Freude am Schreiben grad nicht sehr ausgeprägt ist. Heute war ich mal wieder ordentlich durchgefroren. Am Bärenstein statt Moldaublick Nieselregen der bei kräftigem Wind waagrecht daherkam. Mit eiskalten Fingern ging ich mit einem Herrn und zwei Buben wieder runter - sie lenkten ein bisschen von der Moldau-Enttäuschung ab - und eilte dann die nächsten Kilometer zum Gasthaus, wo es nach dem zweiten Tee endlich wieder wohltemperiertere und greiffähige Finger für mich gab.

Sonntag, 6. September 2015

Tag 104, frostig

Liebe Menschen,
nach der enormen Hitze letztes Wochenende hab ich nun mit der Kälte meine liebe Not. Heute hatte ich Glück was den Regen angeht - nur kurzes Nieseln - jedoch starken, kalten Wind, der im Wald dafür sorgte, mich mit dem Wasser von den Bäumen zu taufen. Meine Hände waren zwischendurch so durchgefrostet, dass ich die Stöcke nahm, um durch die Bewegung etwas gegen die Klammheit zu tun. Es half nur wenig. Knöpfe oder Reißverschlüsse waren eine Herausforderung.

Samstag, 5. September 2015

Tag 103, Nachträge

Liebe Menschen,
ich habe heute nach einem Anruf von Petra - ja genau, meine Beherbergerin in Leutschach mit der Infrarotkabine :) - beschlossen einen ganz gemütlichen Nachmittag zu machen und bin nach eh schon 19 gewanderten Kilometern in Oberkappel geblieben. Ich hab in einer Pension - einer umfunktionierten alten Mühle - ein Zimmer bekommen. Etwas frisch ist es, aber da ich ohnehin nur im Bett liegen und lesen möchte, passt das ganz gut. ;) Ja, ich hab wieder ein Buch - weiß nicht, ob ich das schon erwähnt hab. Als das Zelt draußen war, musste/konnte/durfte wieder ein Buch rein! :)
Durch dieses Geschenk eines laaaaangen Nachmittags, des noch wachen Geistes und der Schreiblaune werd ich heute ein bisschen was ergänzen zu den letzten Tagen. Ihr werdet schon gemerkt haben, die sind etwas kürzer ausgefallen, z.T. aus Müdigkeit, z.T. aus Unlust.

Das Oberösterreichische Volk stellt sich als sexuell hoch aktiv heraus - von der Begegnung in der Au hab ich ja schon erzählt. So kam es vorgestern, dass so gegen 11.30 Uhr (kann schon fast die Uhr danach stellen) das Bedürfnis nach verbrennbarem Muskelfutter schon recht dringlich war, ich aber aufgrund des vorangegangenen Regens kein geeignetes Platzerl gefunden hatte, um mich dazu hinzusetzen. Bei langen Tagesetappen ziehe ich es vor im Sitzen zu essen und den Rucksack abzustellen - im Idealfall zieh ich sogar die Schuhe aus. Wenn's gar nicht anders geht oder der Weg nicht so lang ist, kommt es auch vor, dass ich mal im Gehen diniere - ohne Stoffserviette auf den Knien muss man sich das vorstellen. Also, nach einiger Zeit des Ausschauhaltens sah ich schon aus einiger Entfernung in einer Kurve ein Wegkreuz zwischen zwei hohen Bäumen, von "Sterzbam" umgeben und ein nettes Bankerl. Sogar ein Mistkübel stand da, der ging aber schon über. Als ich meinen Rucksack auf die Bank parkte streifte mein Blick die Verpackung eines Kondoms, und ich war von der Eignung des Platzes zum Jausnen nicht mehr ganz überzeugt. Der Hunger siegte und als Meisterin der Verdrängung schaffte ich es auszublenden, dass einen Meter entfernt auch der benutzte Inhalt der vorhin erwähnten Verpackung lag. Gut, dass ich beim Frühstück etwas einpacken hatte können, Hartwürstl wären in Anbetracht der Umstände sicher nicht appetitfördernd gewesen.
Da das so üblich ist, musste ein Schuldiger  gefunden werden - und den/die hatte ich gleich. Wenn die Menschen ihre Plastikflaschen zusammendrücken würden, bevor sie diese in einen ohnehin kleinen Kübel am Rastplatz werfen, dann wären die nicht ständig überfüllt und meine Speisung wäre genussvoller verlaufen als beim Anblick dieses DNA-Pools. Meinen Müll hab ich mitgenommen, das geht nämlich auch - als kleine Anregung! ;)
Seid froh, dass ich nicht Umweltministerin oder sowas bin - ich würde für PET-Flaschen, Dosen, Tetrapacks und Zigarettenschachteln Pfand verlangen. Ich denke, wenn ich all den Müll, den ich gesehen habe, gesammelt hätte, wären schon mehrere Tonnen voll. Oft heb ich eh was auf, aber wenn das Zeug nass ist oder schmutzig, dann ist das so eine Sache mit dem Mitnehmen, außerdem ist das Bücken mit dem Rucksack auch nicht so angenehm - vom In-die-Knie-gehen red ich da noch gar nicht...
Vielleicht sollte man Müllfächer in Autos serienmäßig einbauen... oder was weiß ich, was da helfen würde. Ich werd mal bei Gelegenheit auf eine geniale Eingebung warten.

Meine bisher besuchten Aussichtspunkte waren ziemliche Enttäuschungen, teilweise wegen Regen oder Nebel oder zugewachsen (das ist verzeihbar - Natur steht halt nicht still). So hab ich mich heute schon sehr auf die Donau gefreut, leider hat sie die Erwartungen nicht erfüllt. "An der schnöden braunen Donau", sag ich da nur mehr. Hätt ich voraussehen müssen. Wer Österreich ein bisschen kennt, weiß ja, dass blau und braun nah beieinander liegen. Außerdem haben Salzach und Inn es ja schon angekündigt - dabei waren die beide in ihrer Jugend so schön anzusehen. :-/
Um die Donau blau zu sehen, muss man vielleicht auch ins Schwarzwald.
Bunt war dafür die Beladung eines Donaufrachtschiffes, das Autos beförderte. Das hat mich dann doch beeindruckt. Mir kam das Ding riesig vor!
Nun bin ich also im Mühlviertel und demnächst an der Tschechischen Grenze und ich hoffe wirklich sehr, dass der Blick auf den Moldaustausee und das Naturschutzgebiet gelingt - in Universum (An Österreichs Grenzen) hat es beeindruckend ausgesehen. :)

Vor ein paar Tagen hab ich wieder Ausschlag an den Füßen bekommen, die noch immer recht dick waren. Ich glaub, der Ausschlag kam von den Goretex Schuhen, die ich nun wieder trag. Da kommt halt den ganzen Tag a ziemlicher Dampf zsamm.
Somit hab ich vorgestern spätabends noch eine Selbsthypnose probiert, die die letzten Rötungen in zwei Tagen beseitigt hatte. Da ich zu müde war, mich auf einen Sessel zu setzen und stattdessen im Bett lehnte, schlief ich fast ein und hatte wenig Hoffnung auf Wirksamkeit. Zu meiner Überraschung war der Ausschlag gestern schon fast weg und nachdem ich mir heute Nacht die Nase viermal(!!) pudern musste (ich dachte schon an spontane Alterung), haben meine Füße wieder Aschenputteldimensionen erreicht! :) Wieder herrliche Zehenfreiheit im Schuh. Das brachte mir heute schon einen belustigten Funkspruch aus dem Basecamp, ich sei ein physiologisches Perpetuum Mobile. :-D
Mit dieser freudigen Nachricht begeb ich mich nun in den Ruhemodus.
Inzwischen alles Liebe!
carmen

Freitag, 4. September 2015

Tag 102, freiwillig am Weg

Liebe Menschen,
endlich Waldwege und wenig Asphalt. Heute mal keine 30km, sehr angenehm. :)
Es herbstlt schon, und ich bin zu anständig um mehr als eine Zwetschke zu fladern ohne schlechtes Gewissen zu bekommen, dabei wären sie soooo gut. Die bisherigen Aussichtspunkte waren leider aufgrund des trüben Wetters nicht zur Weitsicht geeignet. Morgen geht's über die Donau - wer braucht schon Fernsicht, mit der nötigen Geduld und Wadlsaft stiefelt man einfach hin.
Morgen Mühlviertel - es geht voran!  Aufgrund fehlender Quartiere ist eine Etappenplanung nicht nötig sondern vorgegeben.

Donnerstag, 3. September 2015

Tag 101, OÖ und seine Bäume

Liebe Menschen,
heute habe ich unter anderem Schärding   durchwandert und war ganz hin und weg von diesen hübschen bunten Häusern im Zentrum! Außerdem hat mir eine entzückende Dame mit körperlichen Einschränkungen den kürzesten Weg zum Inn erklärt - sie hätte mich sogar begleitet, wäre nicht ihr Bus gefahren und auf einen Kaffee eingeladen. Leider liegt ihr Wohnort nicht auf meiner Route.
Der Rest waren viele kleine Dörfchen und etwas Innufer durfte auch wieder nicht fehlen - gleich wie der Regen.

Mittwoch, 2. September 2015

Tag 100!!!

Liebe Menschen,
mein Jubiläum wurde mit Kilometern auf die Waden geklatscht - laut Bücherl 36 in grober Schätzung. Ich würde heute gern so viel erzählen, aber es ist schon so spät. Wollte heute mal sämtliche SMS beantworten. Danke, ihr Lieben! :)
Nach Wegsperre und anfänglichen Irrwegen bin ich doch noch rausgekommen aus Braunau, wieder ein Damm mit leider nur ganz wenig Blick in die herrliche Aulandschaft.

Dienstag, 1. September 2015

Tag 99, Schlimmer geht´s immer!

Liebe Menschen,
wenn man glaubt, die schlimmste Nacht hätte man hinter sich, dann muss ich kontern, denn schlimmer geht's immer! ;) Mein Zimmer hatte keine Jalousien oder Balken, Fenster südseitig, also richtig warm. Kein Problem, abends kann man anständig lüften - mit jedem frischen Luftmolekü(h)l kam Erleichterung und mit jedem 2. eine Gelse! Das Gesurre und Gesteche nahm kein Ende auch der Blutdurst und die Schlaflosigkeit nicht.

Montag, 31. August 2015

Tag 98, Ballast abgeworfen

Liebe Menschen,
was gibt's zu berichten? Wie fast überall in Österreich: Heiß war's sogar vormittags als ich 2Std. durch einen riesigen Forst gegangen bin. Die gestrige Nacht: Zuerst bis 23 Uhr Kinder, die Wirbel gemacht haben, dann hab ich mir beim Lüften eine surrende Untermieterin eingefangen (im Nachhinein betrachtet nichts gegen die Unzähligen heute), ziemlich warm, die Straße in unmittelbarer Nähe. Dafür war ich dann gar nicht so kaputt wie ich hätte sein müssen.

Tag 97, das Kammeradenlied für OÖ

Liebe Freunde des Metzgergewerbes,
die Nacht war okay trotz Dorffest und Beschallung. Ich hab noch mit Steph beim Telefonieren gescherzt, dass mich um Mitternacht ein Feuerwerk hochschrecken lassen wird. Hatte nicht Recht - es war um 23 Uhr. Ich habs im Halbschlaf wahrgenommen, in mich rein gelacht und nach vermutlich mehreren Minuten fiel mir ein, dass ich ja mein "Türl" aufmachen könnt um rauszuschauen. Nicht sehr beeindruckend - bis ich mich besann, dass ich Kategorie Maulwurf bin und die Brille ertastete...

Samstag, 29. August 2015

Tag 96, von der Schlachtbank zum See

Liebe Menschen,
ich bin am Obertrumer See gelandet - mit dem einzigen Makel, dass ich keine Badesachen mithab.
Aber erst mal vom Beginn: Mein ausgewachsener Riesenrucksack mit Schlachtgewicht hat mich bereits in Salzburg fast der Notschlachtung zugeführt. Positiver Nebeneffekt: Man wird nach mitleidigem Blick freundlich gegrüßt - das hebt auch ein bisschen die Stimmung. ;)

Tag 95, ab nun mit Zelt

Liebe Menschen,
der Abstieg von der Zeppezauer Hütte war steil und schon morgens schwül und somit kniezerrend und schweißtreibend. Sehr viele Salzburger kamen mir entgegen - ganz anders als bisher, wo am Berg oft ausschließlich Urlauber aus Deutschland oder den Niederlanden anzutreffen waren. Salzburg zeigte sich gleich von seiner sympathischen Seite. Im Nah&Frisch gab's gleich ein  nettes Plaudern. Entlang eines Baches wurde gebadet, gesurft und gespielt.

Freitag, 28. August 2015

Tag 94, der letzte Berg

Liebe Menschen,
heute hab ich mich um halb 9 in Richtung Stöhrhaus aufgemacht. Die letzte Nacht hab ich mit einer Gelse in einem zu warmen (trotz geöffnetem Fenster) und zu weichen Bett verbracht. Schon die morgendlichen Temperaturen ließen einen heißen Tag erahnen.
Ab Maria Gern und dem Parkplatz etwas weiter oben waren einige Menschen in die selbe Richtung unterwegs. Entweder hat mich die Aussicht, bald das Flachland zu erreichen oder der Elektrolytgehalt des Kokosnusswassers so beflügelt. Vielleicht bin ich auch einfach schon megafit. ;)

Donnerstag, 27. August 2015

Tag 93, auf einsamem Pfad durchs Steinerne Meer

Liebe Menschen,
nachdem meine Lagergenossinnen in ihrer Angst nächtens zu erfrieren ihr Familienoberhaupt dazu anstifteten den Ofen anständig zu befeuern und dann zu Furien wurden als ein anderer Lagerschläfer die Tür zu lange offen hielt, fand ich mich damit ab eine "ungewohnte" Nacht vor zu haben. Zu meinem Glück hatte ich das Bett am gekippten Mini-Fenster - leider oben. Nach endlosem Hin- und Herwälzen lag ich auf dem Seidenschlafsack mit fast nichts am Körper und versuchte mich zu erinnern wie ich die Tropennächte in meiner Wohnung immer hinter mich gebracht hatte.

Dienstag, 25. August 2015

Tag 92, Premiere im Notlager

Liebe Menschen,
heute hat mich der Regen geweckt und kaum verlassen den ganzen Tag über.
Der erste Abschnitt über Forststraßen war ziemlich angstbesetzt, weil da wegen Forstarbeiten gesperrt war. Allerdings hatte mich ein Mann aus dem Auto raus vorgewarnt und gemeint, die Maschinen seien noch nicht da, und das würde sich wohl ausgehen.

Tag 91, am Fluss im Fluss

Liebe Menschen,
nachdem ich heute eine kurze Etappe vor mir hatte und zudem ein ruhiges Platzerl (also Zimmer), hab ich beschlossen, nicht so zeitig aufzubrechen und stattdessen wieder mal Hypnose anzuwenden. Sollte ich ohnehin öfters nutzen, aber solang die Qual nicht allzu groß ist, fehlt mir anscheinend die Motivation. Gut, leidgeplagt bin ich grad auch nicht, aber ich wollt mal mein Glück versuchen, da mich die dauernd geschwollenen Fußballen schon ziemlich  nerven. War eine gute Trance. Ob's so gut wirkt, wie gegen den Ausschlag, wird sich zeigen. ;)

Sonntag, 23. August 2015

Tag 90, Fanny und der Märchenwald

Liebe Menschen,
heute bin ich erst sehr spät aufgebrochen, da ich von Fanny - auf angenehme Weise - aufgehalten wurde. Fanny ist die erste weitwandernde Frau, die ich kennen gelernt habe. Außerdem schreibt sie ihre Masterarbeit, etwas abgekürzt und von mir banal formuliert, zum Thema "wandern".

Samstag, 22. August 2015

Tag 89, viele nette Gespräche

Liebe Menschen,
ich bin heute stark gegen den Strom geschwommen - nämlich gegen den der Wanderer und Kletterer, die alle Richtung Wilden Kaiser stürmten. Ich für meinen Teil war nicht zu halten auf meinem Trip "nach unten" nur um dann eine Stunde lang entlang der Straße Richtung Kirchdorf regelmäßig ins Gras um mein Leben zu springen. In Kirchdorf gab's dann eine lange Pause, in der ich telefonierte und über alles Mögliche plauschen konnte,  sogar ein bisschen was Psychologisches war dabei. Schön war's Herwig! Danke! :)

Freitag, 21. August 2015

Tag 88, kurze Begleitung zum Kaiser

Liebe Menschen,
der gemütliche Tag gestern hat wohltuende Spuren hinterlassen! :)
Das Gehen war heut sowieso durch Stephs Begleitung bis zum Hans-Berger-Haus erleichtert. Das einzig Bremsende war, dass ich wie ein Wasserfall geredet hab und mich dann kurzfristig der Atemnot hingeben musste.
Das Kaisertal ist mit seinen beeindruckenden Felswänden zum Wilden Kaiser hin sehenswert. Ich glaube, ich hab eines der letzten Lagerplätzchen am Stripsenjochhaus bekommen - irgendwo in der Mitte.
Auf vielen Hütten hab ich in der letzten Woche das Gefühl gehabt, dass das Personal das Saisonende schon herbeisehnt. Viele wirkten übermüdet, gesättigt oder einfach genervt. Hier merk ich davon nichts. Alle sind sehr nett und die Dame an der Rezeption hat mir, der Zigtausendsten hier, alles ganz nett erklärt - so als wäre heute den ersten Tag geöffnet. Sehr angenehm!  :)
Hab gerade Nachricht bekommen von Besuch im September - da freu ich mich schon auf euch 2 Mädels! Das ist schon wieder ein kleiner Motivationsschub. :)
Ab morgen gibt es wieder "normale Etappen" - nicht so entspannt wie gestern und heute. Damit was weitergeht! ;)
Stefan, Andi, Hans oder sonstige Weitwanderer, die den 01er kennen: Vom Straubinger Haus kann man entweder über Waidring und die Schmidt-Zabierow-Hütte oder über die Loferer Alm nach Lofer gehen. Gibt's da Empfehlungen oder Wissenswertes dazu?
Ich wünsche euch einen schönen Abend und schick euch ein paar von den herrlich warmen Sonnenstrahlen, die mich hier grad aufwärmen!
Alles Liebe,
carmen

Donnerstag, 20. August 2015

Tag 87, Regeneration in Kufstein

Liebe Menschen,
heute nur ganz kurz: Ich erhole mich. Bin zur Zeit oft sehr müde und heute nur das kleine Stück bis nach Kufstein zu gehen war sicher besser als mich weiter zu schleppen.
So hatte ich viel Zeit Steph alles Mögliche zu erzählen, gemütlich zu essen und mal zu genießen nicht den ganzen Tag in den Schuhen zu stecken.
Morgen geht's weiter.
Bis demnächst und alles Liebe!
carmen

Mittwoch, 19. August 2015

Tag 86, the road is long

Liebe Menschen,
bis auf die Tatsache, dass ich in den Pensionen immer fast im Schlaf einen Hitzekollaps erleide, weil die Decken so unglaublich warm sind für den Sommer, war der Schlaf gut nachdem ich mitten in der Nacht den Überzug vom Rest trennte und damit gut gekühlt weiterschlief. Aufgrund des trüben Wetters wollt ich am Morgen aber nicht so recht raus aus den Federn.
Beim Packen versuchte ich mein Wischdings in das Brillensackerl zu quetschen, und kurz darauf griff ich zu den Wanderstöcken, als ich zum Frühstück einen Stock tiefer ging. Ein Schaltkreis litt da wohl doch noch an Überhitzung.
Misserfolge zu vergessen hat Vorteile, aber ein Nachteil ist, dass man Fehler wiederholt. So hab ich wider besseren Wissens meine Socken nicht klug aufgehängt und "durfte" sie zum Frühstück trocken tragen. :-/
Am Frühstückstisch erlangte ich endlich Klarheit über das Gestammel am Telefon über Brot, das ich nicht verstanden hatte, als ich um ein freies Zimmer anfragte.  In dem Ort gibt es kein Geschäft und so konnte kein weiteres Brot mehr besorgt werden für mich - den zusätzlichen Gast. Das gut gemeinte "Tuan's nur anständig essen" konnte ich bei 2 Semmeln im Körbchen nur ansatzweise erfüllen, aber immerhin gab's ein Ei. :) Selbst die Bachstelze vor dem großen Fenster im schönen Garten schien durch's Gras staxend zu meinen: "Schau, es ist ganz leicht! Da is a Käferl, und da ein Körnchen und da und da und dort drüben erst... ". Nur die Gartenzwerge lächelten verständnisvoll und mitfühlend zu mir rein.
Am Kaiserhaus war ich zu Mittag und nutzte das gleich um was zu essen. Beim Gehen ist das so eine Sache. Schwere Kost geht nicht, dann komm ich nicht voran und der Bauchgurt erdrückt mich fast. Somit wählte ich folgendes vorzügliches Menü: Fritattensuppe, Beeren-Topfen-Torte, Tasse grüner Tee und Glas Buttermilch. Bitte jetzt in den Spiegel schauen - ziemlich genau so hat mich auch die Kellnerin angesehen bei der Bestellung. ;)
Allen Blicken zum Trotz erwies sich die Wahl als langstreckentauglich. Auch wenn die Tafel was von 3 Std. zum Thiersee phantasierte, befürchtete ich, dass gerade diese Zeitangabe (die man hier zumeist sowieso vergeblich sucht) nicht stimmen konnte für ein Wegstück von 19km. Ich behielt leider Recht. :-/
Den größten Teil dieser Strecke ging ich - wie schon am Vormittag - im leichten Regen, aber nun mit Musik. Der Weg war wenig spektakulär durch einen Graben bzw. ein Tal.
Lieber Mario, danke für die sechs zusätzlichen Songs. I sag nur:"A fiiiiiiil gud - DöröDöröDöröDö..." :-D
Es war dann schlussendlich sehr weit und hat sich auf den Schotterwegen endlos dahingezogen - unterbrochen nur durch regelmäßiges Ausleeren der Schuhe, wenn an sämtlichen Stellen schon Steinchen drückten.
Ich hatte Glück und hab fast am Weg ein Zimmer bekommen. Ich wurde mit einem Likör begrüßt - was das bei einem ausgehungerten, an Alkohol nicht gewöhnten Körper bewirkt, kann man sich sicher vorstellen... eine koordinatorische Herausforderung! ;)
Ich freu mich sehr auf den morgigen Besuch aus dem Basecamp und die kurze Begleitung und muss mich jetzt wie immer ausschlafen. :)
Alles Liebe
carmen

Dienstag, 18. August 2015

Tag 85, Touränderung für den Tempel

Liebe Menschen,
gestern Abend war ich mal in einem Restaurant in Pertisau - da es regnete und der Großteil meiner Kleidung und meine Wanderschuhe im Trockenraum (mit Schuhtrockner!!! :) ) hingen, nahm ich den kürzesten Weg und landete im Restaurant "Erika". Wer mal nach Pertisau kommt, sollte dort die Kokos-Karotten-Ingwer Suppe kosten - zum "einileg'n"! Alles andere war auch sehr köstlich.
Heute morgen bin ich spät losgekommen - Frühstück erst ab 8 Uhr, dafür reichhaltig im Bergheim. Unentschlossen bzgl. Wetter und körperlicher Verfassung trödelte ich durch den Ort, stürmte schon rein aus Prinzip die Post um wieder eine Wanderkarte nach Hause zu schicken und diskutierte mit der Dame von der Touristeninfo meine Möglichkeiten. Ich hab mich für den Weg am westlichen Ufer des Achensees entschieden. Nach einer Stunde beschloss ich, den Entschluss gut zu heißen. Ich war recht matt, die Gipfel des Rofan befanden sich fast den ganzen Tag in Wolken (also, hätt ich wieder nix gesehen) und der Achensee bot mit seinem herrlichen dunklen Türkis einen wunderschönen Anblick. Am Steig waren viele Urlauber unterwegs - natürlich war ich deshalb so langsam ;) und weil ich allen das Grüßen lerne! :-P
Schon ein bisschen schade, dass ich den Rofan nicht überschritten hab, aber heute hätte ich es nicht geschafft und morgen ist nochmal Regen angesagt. Und nachdem ich meinem eigentlichen Motto "Mein Körper ist mein Tempel" derzeit eh nur schwer gerecht werde, war heute mal Schonung eine gute Option, denke ich.
Allerdings ist jetzt in Steinberg am Rofan die Versorgung mit Essbarem erschwert, da das einzige Gasthaus am Dienstag Ruhetag hat. Somit gab's bisher ein Packerl Manner Schnitten, eine Tafel weiße Rittersport mit Haselnüssen, 2 Kaminwurzerl, einen Traubenzucker, ca. 25 Mandeln dazwischen verteilt und eine Vitaminkapsel. "As Leb'n is hoat in die Berg!". Jetzt weiß ich, warum ich immer lieber mehr im Proviantsackerl hab als nötig wäre. ;)
Ich werde sehr oft gefragt, wie weit ich schon gegangen bin. Keine Ahnung! Ich will das nicht so genau wissen, da ich lieber in dem Glauben bleib, dass ab Salzburg alles flott geht. ;) So ähnlich wie der Patric Grüner, der 2. beim Race Around Austria 2014 und 2015 - der wollte die ersten beiden Tage seine Position auch nicht wissen. Manchmal ist es besser so. ;)
Ich widme meine Aufmerksamkeit nun einem leckeren Müsliriegel und vielleicht noch ein paar Cashews und Cranberries bevor ich eine Dehneinheit einleg. Eventuell noch eine Vitaminmangel mit dem Risiko hier der Völlerei bezichtigt zu werden.

Ich bin draufgekommen, dass ich mit 9h Schlaf leicht aufsteh morgens und versuch das jetzt so oft wie möglich zu bekommen.
Also, auch euch einen erholsamen Schlaf und falls ihr grad was Leckeres esst, lasst es euch schmecken! Es ist nicht für jeden selbstverständlich auf dieser Welt - und damit mein ich jetzt gar nicht mich...
Alles Liebe
carmen

P.S.: Liebe Barbara, Salzburg rückt näher, eventuell passt es für dich schon dieses Wochenende. Hast du mein SMS vom Freitag bekommen?

DANKE!

Mario und Steph,
herzlichen Dank für die Musik! Ihr tragt damit wesentlich zu meiner weiterhin guten Laune bei. :)
Mario steigt auf zum Sportpsychologen, Steph wie gehabt: der beste Basecamp-Organisator!
Nochmals vielen lieben Dank!!
Wer trotzdem noch gute Musik zum Antreiben im Ärmel hat: Her damit! ;)
Alles Liebe,
carmen

Montag, 17. August 2015

Tag 84, Regen - Steinschlag - Trance

Liebe Menschen,
Regen heute den ganzen Tag - in verschiedenen Tropfengrößen und Mengenverhältnissen. Leider habe ich von den Lalidera Klettergebieten nichts gesehen. :-(
Bis zur ersten Alm waren Schuhe und Jacke ziemlich nass. Ich red mir mal ein, dass die neue Jacke innen nass war, weil ich geschwitzt hab. Die Schuhe aus Leder lassen nun mal durch, wenn man sie nicht wachst.
Also: nass, nebelig, kaum Menschen. Cooler Zufall: vor dem Bins-(oder doch Pins-) Sattel - die Taferl waren sich nicht einig - fand ich ein alpines Kleeblatt auf rund 1900 Meter und als ich es eingesteckt hatte, gab's einen ziemlich ausgiebigen Steinschlag ca. 50 Meter hinter mir. War nicht am Weg, aber ich konnte die 10 bis 25 cm großen Stücke über den Hang springen sehen. Einer reicht da aus um jemanden auszuknocken. ^^
Der Abstieg war dann wieder etwas rutschig und den Spazierweg im Flachen bis nach Pertisau hab ich in Trance verbracht. Einer meiner Lieblingsfilme "Dancer in the Dark" mit Björk inspiriert dazu. Die fast blinde Hauptfigur lässt Geräusche ineinander verschmelzen und Musik entstehen. Bei mir waren es die Tropfen auf der Kapuze, das Rascheln der Regenkleidung und die Schritte im Schotter. Sehr faszinierend, was sich da für Klänge und Rhythmen ergeben. :)
All die Weisheiten, die sich mir aufgetan haben auf dem langen Weg, sind mir leider wieder entfallen. So wie ich auch sonst schon einiges verloren hab mittlerweile - zuletzt mein Taschenmesser nachdem ich vorgestern ein Schweizer Messer gefunden hab. Lustiger Zufall! :)
Für weitere Ausführungen bin ich schon zu müde.
Ich wünsche euch alles Liebe und falls es regnet: Fühlt den Rhythmus, genießt den Beat und kreiert euren Sound! :)
carmen

Tag 83, Seniorenabzocke der Extraklasse

Liebe Menschen,
gestern bin ich nach dem langen Marsch beim Telefonieren schon fast eingeschlafen - somit über 9 Std. geschlafen und mal wieder ganz leicht aufgestanden. :) Spätestens als mir die betagte Dame 35€ für das ungeputzte Minizimmer abknöpfte, wäre ich aber auch nach der miesesten Nacht putzmunter gewesen. Da standen sie und verlangten eine Menge Geld für etwas, das es nicht wert war. Auf mein quietschendes "35 Euro?" antwortete die 82-Jährige taff: "Is z'billig?".

Samstag, 15. August 2015

Tag 82, Musik und Quartier gesucht

Liebe Menschen,
mein Doping für lange Strecken heißt Musik. Ich bin heute früh los - musste gestern allerdings mit der Vermieterin handeln wie auf einem Basar um 6:45 Uhr rauszuschinden. Das heißt am Wecker stand was mit 5 vorndran - unglaublich! :-/
Der Ort war ganz still, der Nebel zog drüber und dicke Wolken hingen um die Berggipfel. Mit einem kurzen Vergeher nach der Ehrwalder Alm lief es dann problemlos. Den langen Schotterweg wollte ich dann wieder musikalisch beschleunigen. Es ist wirklich schwer zu beschreiben, aber wenn die Musik läuft, geht alles leichter.

Freitag, 14. August 2015

Tag 81, vom Luftschneiden und Mauerlaufen

Liebe Tanzbären und Traumtänzerinnen,
nach einem vitaminreichen Traum-Frühstück (weil mit Gurken, Cocktailtomaten, selbstgemachter Marmelade und Marillen, das Balisto hab ich als Jause eingepackt) bin ich den Jakobsweg in Richtung Fernpass losgestartet. Ärmellos schon um 8 Uhr früh verhieß es ein warmer Tag zu werden.
Am Pass versuchte ich dann vergebens einen Weg zu finden, der nicht entlang der Fernpass-Straße verlief. Meine entgegengesetzte Wegbeschreibung bestätigte:"... zur Fernpass-Straße, in die wir ... einschwenken und ihr etwa 1/4 Std. ... folgen (Vorsicht bei Reiseverkehr!)".

Donnerstag, 13. August 2015

Tag 80, mit Musik ins Tal

Liebe Menschen,
bald werden mir meine KollegInnen eine bipolare affektive Störung diagnostizieren oder ich bin einfach höchst resilient.
Auf jeden Fall war ich heute flott am/in Boden. Endlich wieder Empfang um solche Banalitäten wie den Kontostand zu prüfen. Danke guter Geist für die Organisation im Basislager und die nette Stimme am anderen Ende - auch wenn der dazugehörige Kehlkopf gerade vom Frühstücksbrot schlucken abgehalten wurde! :-)

Mittwoch, 12. August 2015

Tag 79, Danke für die Rettung des Tages

Liebe Menschen,
zur Zeit hab ich gerade das Gefühl der Sättigung. Ich freu mich auf das Tal - mal keine Hütte, kein Berg, keine Scharten, Jöchl, Grate oder sonst was Montanes. Auf dem Württemberger Haus gab's nur kaltes Wasser und Dusche im Freien (Duschkopf am Fels). Heute darf man erst ab 16 Uhr duschen. Da fühl ich mich schon fast in meiner persönlichen Freiheit eingeschränkt. ;) Außerdem gab's gestern und auch heute Sardinenbetten. Also rund 60 (gefühlte nur halb soviel) Zentimeter pro Person. Das ist hin und wieder okay und gehört dazu, aber nicht der Inbegriff des guten Schlafes.

Nachricht vom guten Geist

Carmen ist OK und wird euch baldigst wieder mit neuem Stoff versorgen!
Solltet ihr eine längere Mobilfunkabstinenz in den Tiroler Bergen anstreben um dem Alltag zu entfliegen, dann empfehlen wir Drei!

Dienstag, 11. August 2015

Tag 78, kurze Etappe im Nebel

Liebe Menschen,
ich hab bestens geschlafen, die Knie waren morgens schmerzfrei und das erste Stück des Weges ging ich noch mit Detlef und Martin. Es war fein mit euch zu gehen, würde mich euch jederzeit wieder anschließen. Danke für alles! :)
Ich hatte heute morgen beschlossen aus Schonungsgründen nur zur Württemberger Hütte zu gehen. Den größten Teil der Strecke ging ich im Nebel. Die Sicht am Weg war dabei nicht sehr eingeschränkt, aber über und unter mir war es halt weiß. Ich fand die Stimmung im Nebel sehr angenehm. Fast ein bisschen geborgen vielleicht. Von heute gibt es sonst nicht viel zu berichten außer, dass die Hütte mal wieder übervoll ist und ich hoffe trotzdem gut zu schlafen.
Alles Liebe,
carmen

Tag 77, Kadavertag mit Bodyguards

Liebe Menschen,
wie erwartet nach zwei durchhasteten Tagen musste ich heute einen Kadavertag ausrufen. Ich hab sogar überlegt auf der Hütte zu bleiben, mich dann aber doch für die 5-stündige  (als schwierig ausgewiesene) Tour entschieden. Vielleicht auch weil ich wusste, dass mehrere Menschen den selbenWeg gehen würden und ich nicht ganz allein am Weg sein würde. Die Knie schmerzten schon bald. Dafür durfte ich vor der Grießlscharte eine sehr große Herde Gemsen beobachten, sogar mit Muttertier und trinkendem Kitz. :)

Tag 76, 3 Hütten vorm Gewitter

Liebe Menschen,
bis auf das Walross im Nebenzimmer, das einen dumpf brummenden Background zu meinen Träumen lieferte, hatte ich eine gute Nacht. :)
In der ersten halben Stunde meines Weges traf ich Daniel, einen Ungaren, der in Frankreich arbeitet und auf der Heimreise einen Zwischenstopp in Tirol machte und gleich noch einen Gipfel mitnahm. Wir plauderten und schnauften  deshalb schwitzend den Berg hinauf. Meine Hemmungen das zerlumpte Englisch, das mir noch geblieben ist, zu sprechen hab ich wohl abgelegt, seit ich mit Roberto deutsch-latenglisch-franko-spanisches Händ-und-Füßisch gesprochen hab. Ein Hoch auf Roberto, den Eisbrecher auf vielleicht mehreren Ebenen (die Dauerleser können sich sicher noch erinnern ;) ). Eine Hangquerung und einen Steig (für Geübte) weiter konnte ich schon die Leutkircher Hütte sehen. Wäre es noch nicht so früh gewesen, wäre ich aufgrund der freundlichen Bedienung gern geblieben, aber so komm ich halt nicht voran. Auch weiter ging's über Serpentinen hoch, entlang steiler Hänge und auf schmalen aber gut begehbaren Steigen zum Kaiserjochhaus. Dort fragte ich um's Wetter und beschloss bei noch geringer Wolkenbildung, aber schon leicht malträtierten Knien, die 4 Stunden auf die Ansberger Hütte noch anzuhängen. Leider bauschten sich die Wolken immer dichter und meine übliche nervöse Gewitterflucht setzte wieder voll ein. Durch das dauernde hochkonzentrierte Gehen auf den schmalen Steigen war mein Kopf schon ausgiebig müde, während die Beine bis auf die schmerzenden Knie noch gut mithielten. Die unzähligen zu querenden Geröllfelder und zum Teil sehr steilen Aufstiege zu mehreren Jochen waren mühsam, dass ich bald nur sehnlich auf's Ankommen hoffte. Ich hatte zwar den letzten Abschnitt in 3 statt 4 Stunden gemeistert, aber die Freude darüber war gering, weil ich mich dabei unnötig verausgabt hatte. Erschöpft hatte ich noch Stunden Zeit das Gewitter näher kommen zu sehen. :-/
Der Wirt der Ansberger Hütte ist ein strenger, aber authentischer älterer Mann, der mir auf seltsame Weise doch sympathisch war auf seine wortkarge, gerade Art - und am nächsten Morgen sollt ich ihn sogar noch lächeln sehen. :)
An meinem mir zugewiesenen Tisch saßen auch Manfred, Martin und Detlef und der Abend verlief sehr angenehm mit anregenden Gesprächen über alles Mögliche.
Ob ich auf der etwas durchgelegenen Matratze eine weitere gute Nacht verbringen werde, wird sich zeigen. Auf jeden Fall ist das Prasseln des Regens am Dach eine angenehme Einschlafhilfe. ;)
Bis bald und alles Liebe
carmen

Samstag, 8. August 2015

Tag 75, wieder mal Gewitterhetze

Liebe Sterndalschauer,
die Nacht war solala. Von Hüttenruhe haben noch nicht alle Hüttengäste was gehört. ;) Meine drei männlichen Zimmerkollegen schnarchten zwar nicht, aber ein bis nach Mitternacht zu vernehmendes Geräusch, das irgendwo zwischen Lungenödem und alter Luftpumpe lag, hauchte mir bei jedem Umdrehen etwas Munterkeit in die Gehörgänge.
Ich habe aufgrund mehrfacher Berichte, dass die Stuttgarter Hütte so überfüllt sei und der angekündigten nachmittäglichen Gewitter, beschlossen gleich direkt zur Ulmer zu gehen. Für den Zürser See und die vielen Murmeltiere, die sich im Gebiet oberhalb zahlreich trollten, nahm ich mir nicht die Zeit, die ich gern dafür gehabt hätte. Dafür für den Postkasten, der einmal jährlich(!) um 16.00 Uhr  geleert wird, und die Aufforderung sich selbst zu schreiben. :)
Ab Zürs waren die bedrohlich hohen Wolkentürme mein Tiroler Empfangskommitee inkl. fernem Gerumpel. Ich hab lang überlegt, ob ich nicht doch nach Stuben absteigen sollte. Nach Befragung anderer Wanderer und meines Telefonjokers für Verzweiflungszustände in allen Lebensbereichen (Danke Steph! :-*), beschloss ich weiterzugehen mit der Option in Rauz Schutz vor eventuellen Gewittern zu finden. Letztendlich hetzte ich bei bedrohlich dunklem Himmel, hungrig und Traubenzucker aufsaugend den Anstieg hoch und verlor im hohen Gras die Markierungen und den Weg - war nicht weiter schlimm, aber nervig. Ich folgte dem Bachlauf (eher ein Rinnsal bei der Trockenheit), der sollte auch zur Hütte führen.
Der Zeitraum zwischen dem ersten Blick auf die Hütte und dem tatsächlichem Ankommen bei ebendieser war erfüllt vom Kampf gegen den Hungerast, den wir gestern so nett erörtert hatten, von Stoßgebeten und einem verzerrten Distanzwahrnehmung bei einsetzendem Schwindel. Irgendwo da muss ich auch die Tiroler Landesgrenze überschritten haben, glaub ich.
Wer behauptet, dass der Weg das Ziel ist, der ist noch nie angekommen. So bin ich schwammig im Kopf in die Hütte gewankt und hab ein Fleischgericht (!) bestellt.
Als ich das Zimmer mit 2 Betten, Waschbecken mit Warmwasser und soooo wahnsinnig viel Platz für mich allein betrat, hörte ich mich sagen: "Oh Gott, i bin im Himm'l!"

Mark hat mich gestern gefragt, ob ich außer bestimmten Menschen etwas vermisse. Falls du das liest, Mark: mein Bett und manchmal geistige Herausforderung. Gestern ist mir nämlich nichts eingefallen. ;)
So, jetzt ist es auch wieder spät - aber heut werd ich wieder himmlisch schlafen
... und das wünsch ich euch auch!
Alles Liebe,
carmen

Freitag, 7. August 2015

Tag 74, das Steinerne Meer - wundervoll!

Liebe Menschen,
die Nacht war nicht die Beste - dabei wird die heutige noch spannender.
Ich war heute schon vom Morgen weg hinterher mit Verschlafen, Sachen einpacken um sie nochmal auspacken zu müssen usw. Der Aufstieg zum Steinernen Meer zieht sich, wenn man ständig damit beschäftigt ist, sich selbst zu erzählen, dass eine nicht so gute Nacht kein Grund ist nicht fit zu sein. Das Steinerne Meer war dann aber so beeindruckend, und ich musste meine Füße gut setzen um nicht in eine der Klüfte zu tapsen. Ich bin oft stehen geblieben um einfach nur zu staunen.

Donnerstag, 6. August 2015

Tag 73, junger Hirte begleitet mich

Liebe Menschen,
heute gibt's nur ein kurzes Post, weil's schon spät ist. ;)
Ich bin von der Biberacher Hütte auf die Göppinger Hütte mit dem Vorsatz bei guter Zeit weiter zu gehen auf die Freiburger. Zeit war gut, obwohl der Abstieg zum Metzgerthörl eher einer gatschigen Bobbahn glich und ich mit einigen Kühen ausdiskutieren musste, wer hier das "Wegerecht" hat. ;)

Mittwoch, 5. August 2015

Tag 72, Steirisches Weitwanderertreffen :)

Liebe Menschen,
gut ausgeschlafen, motiviert und kräftig befrühstückt bin ich heute losgezogen. Dann hab ich auch noch im ersten steilen Anstieg eine ganz liebe Nachricht erhalten, sodass ich lächelnd hochstiefelte. :)
Kurz vor der Zafernalm traf ich zwri Weitwanderer, die den 01er von Osten nach Westen durchgegangen sind. Und dann sind Andi und Stefan auch noch Steirer.

Tag 71, wie am Anfang

Liebe Menschen,
heute war ein zacher Dahindackeltag. Ich hab zwar gut geschlafen, aber war recht müde unterwegs. Gestern Abend bin ich mit den Five Fingers sowas von umgeknickt, dass dunkle Erinnerungen an den Seitenband-Einriss wach wurden. Heute morgen hab ich's anfangs leicht gespürt, war dann wieder weg bis ich nochmal umgeknaxt bin. Zähne z'samm beißen und weiter ging's. Meine heutige Route lag sehr schön in den Bergen des Bregenzer Waldes - ich find die Bergformen und dieses spezielle Grün besonders faszinierend.

Montag, 3. August 2015

Tag 70, wieder unterwegs

Liebe Menschen,
irgendwann hat jede noch so wunderbare Ruhepause ein Ende - das haben Pausen halt so an sich. :)
Ein riesengroßes Danke all jenen, die diese Tage zu unvergesslich schönen gemacht haben: Gretl, Sepp, Bettina, Susi, Roger, Stella, die Katze, die mich gleich mehrmals geküsst hat (hab den Namen vergessen - aber ja, so weit weg von Steph ist ein Katzenschnufler schon was Schönes :-D ), natürlich Mutti und Vati, die so weit angereist sind, und die ich sehr beneidet hab um ihre beiden schönen Touren mit Sepp - und dem herrlichen Garten, in dem ich mich erholen durfte.

Sonntag, 2. August 2015

Tag 68, Bodensee am Abend

Liebe Menschen,
gestern Abend waren wir am Bodensee und die Schweizer feierten ihren Nationalfeiertag mit Feuerwerk und Raketen.
Ein schöner Abend mit fröhlichen und lustigen Menschen! :) Mein Sprachverständnis für das Vorarlbergische wird auch immer besser.
Am Montag geht es dann weiter, den ersten Tag mit Begleitung der Vorarlberger Bergfexin Bettina. :)
Bis dahin alles Liebe!
carmen

Donnerstag, 30. Juli 2015

Tag 66, Wendepunkt Rankweil

Liebe Menschen,
ich hab heute den westlichsten Punkt meiner Reise erreicht. Ab nun geht's wieder retour. :)
Mein Weg von Bludenz nach Rankweil führte zuerst den Ill entlang. Ich glaub, ich hab in meinem schlaftrunkenen Taumel am Morgen nicht den besten Weg für's erste Stück gewählt. Es handelte sich um den Radweg, der ein weites Stück neben der Autobahn verlief. Erst ab Nenzing wurde es dann angenehmer. Der weitere Verlauf (zum größten Teil am Jakobsweg) führte durch so klingende Ortschaften wie Schlins, Röns und Satteins - nein, nicht das Fernsehprogramm. Das ist bei Weitem nicht so sehenswert wie diese netten Orte und Dörfer. Es gab zwar auch keine Werbepausen, aber ich legte trotzdem eine Schwarzteepause ein, um die Müdigkeit zu vertreiben. 
Endlich in Rankweil besuchte ich die sehr schöne Basilika, von wo ich abgeholt wurde, um nun ein paar regenerative Tage einzulegen auf die ich mich schon sehr freue. Ich bin hier in Lustenau bei ganz lieben Verwandten und bin sicher, dass ein paar feine und erholsame Tage vor mir liegen.
Alles Liebe,
carmen

Mittwoch, 29. Juli 2015

Tag 65, das freundliche Ländle

Liebe Menschen,
bereits heute Nacht bot sich mir ein herrlicher Blick auf Schruns. Gutes Zeichen - kein Nebel! ;) Und morgens gab's dann ein herrliches Panorama mit Rätikon und Montafon. Einmalig schön umschmeichelten die Wolken die Gipfel wie ein Seidenschal eine Grazie.
Der Abstieg war dann nicht so ein Schmeichler für die Knie - rund 1700m in Serpentinen, Pfaden usw. bergab.

Tag 64, ein langer Weg

Liebe Menschen,
soviel in aller Kürze: Der Weg auf die Wormser Hütte war sehr weit. Für einen Sonnenbrand im Gesicht hat sie genug gescheint, die Gute. Dafür war's kurz vorm Ziel so nebelig, dass wir die Hütte fast nicht gesehen haben.

Montag, 27. Juli 2015

Tag 63, vom Ländle mit viel Wind begrüßt

Liebe Menschen,
nicht ganz unerwartet wurden heute Morgen sämtliche Bewegungen von einem Seufzer begleitet und ich hatte Mühe (lieber Körper, bitte kurz weghören!) diesen Kadaver aus dem Bett zu hieven.
Wohlwissend, dass ein Ruhetag schon dringend her sollte, hab ich beschlossen heute und morgen bei noch halbwegsem Wetter durchzubeißen. Gedopt wurde schon beim Frühstück mit Grünem Tee, aber der flache Weg nach Mathon kam mir bei Gegenwind und vereinzeltem Tröpfeln trotzdem vor als tapselte ich in Zeitlupe dahin.

Sonntag, 26. Juli 2015

Tag 62, Abschiede fallen schwer

Liebe HöhenmeterfetischistInnen und Freunde der schönen Aussicht,
unser gestriges Lagerplatzerl war voll Lebendigkeit, weil mehrere äußerst liebenswerte kleine Menschen uns mit neugierigen Fragen und ihrem Dasein forderten und erfreuten. Ich hab viel gelacht und würde sagen, das war einer meiner schönsten Hüttenabende! :)

Samstag, 25. Juli 2015

Tag 61, Wetterroulette

Liebe Menschen,
wir wurden heute von regelmäßigen Rufen und einem Kuhglocken-Konzert der Superlative geweckt. 4 "Hirten" samt Hund und ca. 35 Kühen beehrten uns damit. So standen wir in der klaren frischen Morgenluft am Balkon und schauten dem Treiben zu. Ein herrlicher Anblick! Und ganz leicht ging das Aufstehen damit.
Unser Vorsatz, uns am Frühstück bei noch unklarem Preis den Bauch vollzuschlagen, scheiterte am mangelnden Platz im Bauch - es blieb also bei der üblichen Verzehrmenge.

Freitag, 24. Juli 2015

Tag 60, vielleicht die teuerste AV-Herberge bisher

Liebe Menschen,
morgens müde aber doch gut gelaunt startete ich mit Jasmina bei unbeständigen Wetteraussichten Richtung Serfaus und Kölner Haus. Lange Zeit wurden wir von Bremsen genervt, eh nix Neues (zumindest für mich), aber ich muss jetzt nicht rauchen, dass macht meine Begleitung für mich. :)
Der Weg war unspektakulär und bald erreichten wir Serfaus. Und am Ortsbeginn waren wir schon total irritiert, denn wir sahen ein blaues Hinweiszeichen mit einem weißen U drauf. Ja, es gibt hier auf über 1400m eine U-Bahn. Ich glaube, auf unserem Weg durch den Ort hab ich ohne Übertreibung 20 x "a U-Bohn!?" fassungslos vor mich hergesagt. Der Ort ist für mich der Inbegriff eines Tourismusortes. Eines der ersten Hotels hat in meiner Welt die Größe eines Flugzeugträgers und auch das hab ich eine Zeit lang kopfschüttelnd angestarrt, wie ein Afrikaner, der zum ersten Mal im Leben Schnee sieht. Durch den Ort flitzen alle mit Elektrorollern und -bikes, was dem Ganzen einen etwas spacigen Touch verleiht. Die Dame in der Bäckerei auf Wanderwege angesprochen, schüttelte energisch den Kopf. Keine Ahnung! 02A sucht man auch hier vergebens (im Ort sowieso aber auch außerhalb).Um ehrlich zu sein: Das ist auch keine Gegend, die das Wandererherz beglückt. Von Serfaus sind wir hoch zum Kölner Haus, wurden von einigen kleineren und größeren KFZ eingestaubt,  kamen aber bald ans Ziel, das sich uns in Horden von "Sommerfrischlern" in Halbschühchen ankündigte. Klar, hier fährt ja eine Seilbahn rauf. Das Ganze ergab ein bizarres Bild. Der Blick hinunter nach Serfaus mit den großen Hotels dicht beieinander, knapp oberhalb Almwiesen mit den kleinen Heustadeln als krasser Gegensatz, zudem die vielen Lifte, Gondeln usw.
Definitiv kein Ort, an dem ich mich wohlfühlen würde.
Dann kam aber erst das Kölner Haus, wo ich reserviert hatte. Ich bin von den AV-Häusern und Hütten gewöhnt, dass es fast überall gute Ratschläge für Touren gibt und meist auch bezüglich des Wetters Auskunft oder aktuelle Infos. Leider ist hier alles anders. Zum einen zahlt man hier Stornogebühren, das ist sonst der "Tod der Hütten" - vor allem dieser - wo ja so wenig Leute mit der Gondel hochgekarrt werden... Vorsicht Ironie! Das heißt, wenn wir wegen stabilen Wetters weitergegangen wären (was wir dann eh nicht taten) um morgen nicht in den Regen zu laufen, dann hätten wir pro Person 10€ gezahlt. Es sind nicht alle Zimmer belegt, d.h. es musste niemandem abgesagt werden wegen uns. Ich hatte bisher noch kein Problem auf irgendeiner Hütte, wenn ich kurzfristig umplante. Es gibt sogar Hüttenwirte, die dich weiterschicken, wenn das Wetter am selben Tag noch gut ist, am nächsten aber schlechte Bedingungen wären. Hier ist das anders. :-/

Als ich nach den Wetterprognosen von heute Nachmittag fragte verwies man mich auf den Aushang - den hatte ich schon studiert - bis ich merkte, dass das schon der morgige war. Darauf wies ich die Dame freundlich hin. ^^ 

Uns wurde geraten morgen zeitig aufzubrechen. Ja haben wir vor. Wann gibt's Frühstück? Halb 8. Ja, das ist richtig zeitig, gell!?

Zur Mittagszeit ging hier sowas von die Post ab (Tod der Hütten eben), sodass ich meine Suppe erst nach der Hauptspeise bekam. Die Preise sind ziemlich überteuert. Ich bin gern bereit mehr zu zahlen auf Hütten, die mühsam ihre Sachen mit Hubschrauber, Lastenseilbahn oder anders wie umständlich und kostspielig hochbringen oder sogar tragen müssen, aber hier fährt eine Gondel, mich haben LKW überholt und das Haus ist zumindest von Tagesausflüglern hoch frequentiert. Ich hab dann auf die Homepage des Kölner Hauses geschaut und beim Anblick der Preisliste dachte ich, ich seh nicht recht. Da der Regen kam (somit gute Entscheidung zu bleiben), hätten wir eh nirgends sonst hingehen können, aber wenn diese Preise stimmen, dann kann das hier kein Alpenvereins-Haus sein. Wir lassen uns morgen überraschen... ob über 50€ oder doch die üblichen Hüttenpreise.
So, es ist Zeit, die Beine für morgen gut zu erholen!
Euch wünsch ich alles Liebe!
carmen

Donnerstag, 23. Juli 2015

Tag 59, Schilderwald ins Nirgendwo

Liebe Menschen,
heute startete ich gut gelaunt. Das erste Stück Weg ließ ich mir noch ansagen. In der nächsten Ortschaft fand ich zwar ein Taferl mit 02A drauf, jedoch ohne Richtungspfeil. Von den vielen angebrachten Richtungstafeln wiederum war keine mit der gesuchten Ortschaft beschriftet. Kurz darauf wieder eine Gabelung, da fand sich auch Matzlewald neben Wenns drauf und ich folgte artig. Als ich die ersten Häuser von Wenns sah befürchtete ich schon, dass ich hier falsch war und behielt leider Recht.

Mittwoch, 22. Juli 2015

Tag 58, höchster Punkt vor Herbergsuche

Liebe Menschen,
ich hab vergessen zu erwähnen, dass ich in Längenfeld im Hotel Liesl auf Patric Grüner getroffen bin. Für alle die ihn nicht kennen: Hat den Glocknerman 2012 und heuer gewonnen, außerdem war er im Vorjahr beim Race Around Austria Zweiter hinter Christoph Strasser im Solo-Bewerb. Leider bin ich nicht gewohnt ans Treffen solcher Prominenz sonst hätt ich ein Foto gemacht. Er war nicht so gesprächig, lag vielleicht daran, dass er arbeitete, oder aber er baut in seinen langen Wettkämpfen sprachlich ähnlich ab wie ich. Wobei ich mich ja hin und wieder bei Selbstgesprächen ertappe.

Dienstag, 21. Juli 2015

Tag 57, Schuhwerk +, Bremsen -, Hitze --, Heidelbeerstrudel ++

Liebe Freunde des fröhlichen Wanderschuhs,
heute war ich 8h - eh genau das, was man unter "eingehen" versteht - unterwegs in den neuen Tretern und es geht mir und meinen Füßen gut. Vielleicht werd ich noch bereuen, dass ich Lederne gekauft hab, aber derzeit kann ich nix an ihnen aussetzen. Einen Nachtrag zum gestrigen Einkauf gibt's noch. Der nette Verkäufer hat mir gesagt, ich soll ein bisschen mit ihnen spazieren gehen und wenn sie irgendwo drücken nochmal kommen, dann bearbeitet er sie ein bisschen. Das hab ich dann auch getan, und während er mit meinen Schuhen verschwand, hab ich mich umgesehen und hätte glatt 3 Paar (Nicht-Wander-)Schuhe sofort gekauft. Ich glaub, wenn man wochenlang in Wanderschuhen oder Five Fingers steckt ist das ein normaler Effekt. ;)

Montag, 20. Juli 2015

Tag 56, neues Schuhwerk

Liebe Menschen,
Mann könnte meinen für Frau gibt es nichts Schöneres als Schuhe zu kaufen. Nun bin ich ohnehin eine schlechte Schuhkäuferin und dann noch Wanderschuhe, die ich nicht einlaufen kann... ?! Mein Rasttag war ein Tag voller Für und Wider und einem Telefonat, in dem ich mein Leid klagte. Danach war ich nicht schlauer, aber mir war zumindest leichter. Nun sind es also neue Lowa geworden. Es ist fast ein Verbrechen die alten (stinkenden) Einlagen in die neuen noch duftigen Schuhe zu stecken, aber das muss dann wohl sein. Natürlich ist kein Schuh so bequem wie meine alten, weshalb sich jeder eng, drückend oder zu hart anfühlte. Es war ein Trara im Laden. :-/
Sie müssen nun einfach passen, denn die alten sind schon im Paket unterwegs nach Graz, wo sie den einen oder anderen Winter- oder Regenspaziergang noch erleben werden.
Ich bin gespannt wie es GEHEN wird mit den Neuen...
Ich werde berichten!
Alles Liebe inzwischen
carmen

Sonntag, 19. Juli 2015

Tag 54 und 55, es stolpert wer nicht rechtzeitig ruht

Liebe Menschen,
ich war - wie die Blogstalker unter euch vielleicht bemerkt haben - fern ab von jeglichem Empfang. Im Übrigen gab es nicht viel Berichtenswertes. Der Weg von Praxmar auf das Westfalenhaus war wenig lohnend - anfangs noch ein netter Waldsteig, später aufgrund des Regens vom Vorabend ein gatschiges Wiesenwegerl und schlussendlich ein gemütlicher Almweg. Ich versuchte trotz bleierner Müdigkeit noch Augen für die herrliche Bergwelt zu haben. Ein paar Mal schaute ich hinüber zum gestrigen Abstieg und zum Schafgrübler. Meine Trägheit wurde dadurch bestätigt, dass ich die auf den Wegtaferln angegebenen Zeiten überschritt. Normalerweise liege ich deutlich drunter. Der Gedanke an einen baldigen Ruhetag drängte sich auf.

Freitag, 17. Juli 2015

Tag 53, ein Steinbock belohnt mich :)

Liebe Menschen,
ein neuer Tag und auf ging's nach einer ruhigen Nacht und bestem Schlaf auf das Große Horntaler Joch. Die Schafe tummeln sich weit oben rund um den Schnee.
Ich hab gestern erfahren, dass Orthovox die Tiroler Schafwolle in Jacken reinarbeitet. Sollen spitze sein. Muss ich mir mal ansehen. Außerdem wird die Wolle auch zur Dämmung genommen - gutes Raumklima angeblich. Neuer Trend auch noch für Blumenkisterl (gemischt mit Erde, glaub ich), speichert Wasser. Also, indem man solche Dinge kauft/verwendet, fördert man Tiroler Schafbauern!

Donnerstag, 16. Juli 2015

Tag 52, lange Steige

Liebe Wanderinenverfolger,
Renate hat mich heute wieder verlassen. Danke liebe Renate für's Verköstigen, plaudern und besuchen. Sie hat sich wacker geschlagen auf ihrer ersten Hüttennächtigung im klitzekleinen 4er-Zimmer mit klaustrophobisch anmutender Raumnutzung, (zumindest warm) duschen im Waschbecken, konsequentem Dauerschnarcher des Zimmerkollegen und dünner Luft auf über 2000m.

Tag 51, Besuch

Liebe Menschen,
ich hatte heute ein uriges Quartier in Fulpmes und bin wieder mal beim langen Quatschen hängen geblieben. Aber so schaffte ich es zum Lowa-Partner und da hab ich schon das zukünftige Wunschpaar beäugt. Der Verkäufer hat gemeint, dass es meiner bis Feldkirch mit etwas Glück noch tut. Also, brauch ich eben Glück!
Renate ist heute zu mir gestoßen und wir haben uns an der Bergstation der Gondel getroffen. Sie wird mich nun 2 Tage begleiten.
Mein letztes Stück der 1500m aufwärts war ein steiler Steig und auch ganz unten hab ich einen feinen, aber steilen Steig nach Frohneben gewählt. Lief aber gut.
Die Starkenburger Hütte hat zwar keine Dusche, aber warmes Wasser. Der Ausblick auf einige 3000er und Gletscher ist einmalig. Das Zimmer ist für 4 und sehr winzig. Einer hat sich schon als Schnarcher geoutet.
Ich muss jetzt wegen Hüttenruhe hier auch ins Bett.
Also, alles Liebe
carmen

Dienstag, 14. Juli 2015

Tag 50, ich brauch Nachhilfe in Rinderkunde

Liebe Freunde des Kuhkommödienstadels,
heute kann ich leider (oder Gott sei Dank) nicht über Wiederholungstäter oder Nachahmer berichten. Allerdings hab ich am Weg von Navis nach Fulpmes sämtliche Rinder genau begutachtet, um Jungkuh und Ochse zu unterscheiden. Ich hoff, der aktive Tierschutz verklagt mich nicht wegen animalischem Spannertum.
Ich bin heute nur ungern und sehr spät von Navis aufgebrochen, weil's bei der Familie Hörtnagl so nett war. Es gibt keine Fernseher in den Zimmer, weil abends im Aufenthalts zusammengesessen wird, um über die gemachten bzw. bevorstehenden Touren zu sprechen. Wo gibt's denn sowas noch? :) Einfach herrlich! Nebenbei kann auch der Schnaps aus der hauseigenen Brennerei gekostet werden. Ich hab mal vor der Vitrine geschmökert, es gibt da wirklich unglaublich viele Schnäpse und Liköre, die zum Teil auch ausgezeichnet wurden. Ich würd sagen, diese Pension ist ein Geheimtipp: gute Lage für Bergtouren, Schnapsbrennerei im Haus, alles mit viel Liebe hergerichtet/dekoriert, Bücherschrank mit Nachtlektüren und Gastfreundlichkeit der Extraklasse! Und Maria ist ein Sonnenschein, der schon am Morgen die Gäste anstrahlt. Wie man unschwer erkennen kann: ich hab mich unglaublich wohl gefühlt! :)
Auch der Bachweg nach Matrei war ganz nach meinem Geschmack - ich steh auf fließende Gewässer, da kann ich mich gar nicht satt sehen.  Das Fließen ist so sinnbildlich für das Leben und Sein!
Leider haben Bäche einen großen Nachteil: Bremsen... und so durfte ich eine Morgenzigarrette "genießen". Was immer wie selbstverletzendes Verhalten aussieht, dient dazu, dass die Proteinbestandteile des Insektengiftes zerfallen und somit der Stich harmlos bleibt. Zumindest ist das mein Wissen zu diesem Vorgehen. Fakt ist: Es hilft! Danach leere ich die halbe Wasserflasche um den Geschmack wieder wegzubringen.

Ansonsten war der Weg heute gemütlich. Matrei mit seinen historischen Häusern hat mir sehr gut gefallen. Der Weg rauf nach Maria Waldrast und auf der anderen Seite wieder runter ins Stubaital lief parallel zu 2 Kreuzwegen. Neben der Kirche hab ich die Möglichkeit zum Kneipen genutzt - herrlich bei der Hitze!
Für alle BlasmusikerInnen, die mitlesen: Ich bin heut am Serles (imposanter Berg) vorbei und hab die Ruetz (4. Bild) überschritten - ich glaub, wenn man die mal gesehen hat, spielt man das ganz anders. Auch wenn ich den Ruetz Marsch nie gemocht hab. ;)
Von Fulpmes geht es morgen weiter, da wird dann Renate für 2 Tage als Begleitung zu mir stoßen. :)

Ach ja, unlustiges Detail: meine Schuhsohle fängt an sich aufzulösen. :-/

Alles Liebe,
die Kuh stalkende carmen

Montag, 13. Juli 2015

Tag 49, richtige Angst

Liebe Menschen,
mein (zumindest mir gegenüber wortkarger) Pilot des Fluges Lizumer Hütte 1207-130715 zeigte mir gestern schweigend den Weg zum Infoscreen, welcher das Flugwetter für heute Morgen mit überwältigender Genauigkeit vorhersagte: Regen. Nein, ich klatschte nicht bei der Landung und wurde ohnehin schon fast vom Putztrupp herausgemobbt. ;)

Sonntag, 12. Juli 2015

Tag 48, Check in at Lizumer Hütte

Liebe Menschen,
heute hab ich noch so einige Verständigungsmissverständnisse durchdacht (und -lacht), die es gestern gegeben haben könnte. Als Roberto von ihm zu mir und umgekehrt gedeutet hat und "Bon" oder sowas gesagt hat, hab ich gedacht, er meint, dass es nett ist, dass wir uns getroffen haben.

Tag 47, der Spanier und die Rufverbesserung der Tiroler

Liebe Menschen,
die Tiroler sind rehabilitiert. Es gibt sie doch die Netten! :)
Heute war sowieso ein Tag der Begegnungen. 20 m nach der Hütte kam mir ein offensichtlicher Weitwanderer entgegen (riesiger Rucksack, Zelt, bissl abgegammelt). Das Gespräch verlief wie folgt:
C: Wo kummst'n du heit scho her.
Er: Espaniol
C: English?
Er: France
C: Ah, sorry
Er: Kaffee (deutet auf den Bauch und dann auf die Hütte).
Verabschiedung

Samstag, 11. Juli 2015

Nachricht vom guten Geist 3

Liebe Leserschaft!

Carmen geht es gut, sie ist nur gerade in einem Funkloch - was das Internet betrifft ;-)

Freitag, 10. Juli 2015

Tag 46, ich mag keine Straßen

Liebe Menschen,
der Aufstieg heute über die Straße war nervtötend. Eine auf der Karte eingezeichnete Umgehungsmöglichkeit existierte nicht mehr, also wieder zurück. Da sind dann auch noch 3 abgeknabberte Beine von ?? gelegen. Kein schöner Anblick!
Da die Straße so kurvig ist, war ich nicht immer sicher, ob links zu gehen immer eine sichere Wahl ist.

Donnerstag, 9. Juli 2015

Tag 45, Hauptsache was zum Essen und ein Bett

Liebe Menschen,
ich hab die Tiroler Grenze überschritten (die geht übrigens mitten durch den Stausee Durlassboden, siehe Bild). Bis dahin war ich wieder mal im herrlichen Reich der Butterhirsche, in die ich mich langsam ein bisschen verlieb.

Mittwoch, 8. Juli 2015

Tag 44, Regen(-erations)-tag

Liebe Menschen,
ich bin froh, dass ich in der Früh entschieden hab, hier zu bleiben. Mehrere waag- und senkrechte Duschen hätten mich erwartet, wenn ich nicht vorher vom Blitz geküsst worden wäre.
Morgen geht's ins Zillertal.  :)

Alles Liebe,
carmen

Dienstag, 7. Juli 2015

Tag 43, Getränkespenden für mich

Liebe Koarlgemeinde,
mein heutiger Tag begann nach einer Nacht des Hin- und Herwälzens damit, dass ich statt um 7 Uhr zu frühstücken erst um 8 Uhr aufwachte, was wieder einen unglaublich heißen Aufstieg zur Folge hatte - diesmal aufs Kröndlhorn, das herrliche Aussicht bietet (die ich vergessen hab zu fotografieren, aber es war so trüb, dass man eh nicht viel gesehen hätt. Am Gipfel hab ich eine Zeit lang mit einem netten älteren Herren geplaudert, der mir auch die umliegenden Gipfel benennen konnte. :)
Da auch Faktor 50 beim Sonnenschutz an seine Grenzen stößt, war ich heute ein bisschen Beduine (siehe Foto).
Aufgrund der irren Hitze und Gewittervorhersage beschloss ich statt über's Salzachjoch und die Babystube der Salzach über das Nadernachjoch und die gleichnamige Alm Richtung Ronachwirt abzusteigen. Auf einer Alm saßen grad Leute zusammen und ich bekam erfrischenden Holundersaft spendiert. Das Ronach stellte sich als Hotel heraus und das war das erste Mal, dass ich weiterging, weil's zu teuer war. Aber der Kellner war ausgesprochen nett und hat mir ein Mineral-Zitron ausgegeben. Allerdings war's in Almdorf Königsleiten auch nicht einfach - zuerst lief ich fast ganz  durch den Ort zur Gästeinfo um dann nochmal in die entgegengesetzte Richtung zum Hotel Ursprung zu kommen, wo ich ein herrliches, dem Budget gerade noch entsprechendes Zimmer bekam. In dem Ort gibt es 53 Einwohner - es ist ein reiner Tourismusort. Allerdings zur Zeit recht ruhig. Den Ort als solchen gibt's erst seit 60 Jahren, hauptsächlich gewachsen in den letzten 15. Früher war es eine Alm.
Hat mich irgendwie beeindruckt was hier entstanden ist. Die Einheimischen waren durchwegs total gesprächig und nett.
Morgen soll das Wetter sehr schlecht werden. Auch recht, dann würd ich mal einen Arzt wegen dem neuen Ausschlag aufsuchen. Ich glaube gegen eine Mischung aus Salbe, Sonnencreme und Sonne hat sich meine Haut zur Rebellion entschieden - mit den juckenden Knien schlaf ich nicht gerade gut... :-/
Ich werde es trotzdem versuchen.
Alles Liebe
carmen
Sonnenschutz
Aufstieg zum Kröndlhorn
Gipfel :)

Tag 42, als mir Koarl wieder einfiel

Liebe Menschen,
irgendwie fügt sich immer alles oder wendet sich zum Besseren.
Gestern Abend habe ich es geschafft das Kellergeschoss, wo auch mein Zimmer war, stromlos zu machen. Defekter Anschluss, das Problem war gleich behoben. Um Mitternacht wurde ich von Bayerischen Stimmen geweckt und war etwas genervt, da ich ohnehin nicht gut geschlafen hatte. Irgendwann musste ich mal zur Toilette und wieder kein Strom - zum Glück fand ich meine Stirnlampe dank wochenlangem Packen fast blind. Wieder im Bett, es war so gegen 3, ich hatte das Fenster gekippt um besser zu schlafen (sämtliche nachtaktiven Flattertierchen verstanden das als Einladung zu einer Party rund um meinen Kopfpolster eindeutig falsch) hör ich einen Geländewagen zu uns rauf rasen, direkt vor meinem Fenster parken. Der Fahrer kleschte die Tür zu und spätestens als er laut nach Betti, der Kellnerin rief war ich hellwach. Zuerst meinte ich irgendein angetrunkener Verehrer sei gekommen, aber das kurz darauf folgende "Hobs es a kan Strom?" ließ meine Kopfschnulze gleich wieder zu Ende gehen. Irgendwie fand ich dann doch noch einen traumreichen halbherzigen Schlaf.
Als um 6 Uhr meine Uhr piepste, war ich alles andere als ausgeschlafen. Das Wetter war stürmisch, trüb und bald sollte Regen dazukommen. Noch immer kein Strom und ich schätzte für wieviele Kleinspülungen das Wasser im Spülkasten reichen würde. Ich tippte auf 3 und sollte Recht behalten. ;)
Natürlich war's auch mit dem Frühstück so eine Sache. Also, gab's ein Pago mit Mineral (erst als ich den ca. halben Liter getrunken hatte fiel mir der letzte übrige Spülkastenrest wieder ein :-/ ), Brot und Käse (alles Hand geschnitten - und ich muss sagen so windschief geschnitten hat er Charme, viel besser als wenn er so züchtig und gebändigt daliegt, den Kühen gefällt's so sicher auch besser), Milch und Müsli.
Nachdem das Wetter nun grad extra grässlich war, ging ich nochmal schlafen. Passte eh gut, war ohnehin sehr unmotiviert. Ich hatte schon vorher versucht meinen noch nassen Sport-BH trocken zu liegen. Nun nahm ich auch die Socken mit dazu. Als ich aufwachte, kam draußen schon die Sonne durch, die Kleidung unter der Decke war trocken und ich wieder fit! :) Und weil der Strom ausgefallen war, gab's meine Halbpension um 10€ günstiger! :)
Ich war noch nicht sicher, ob ich den 02A gehen sollte oder gleich absteigen, war aber mehr auf den kurzen Abstieg eingestellt und sparte somit Gewicht beim Wasser (2 grad halb volle Flaschen). Nach kurzem Weg und dem Eindruck, dass das Wetter halten würde, schwenkte ich doch Richtung Herren- und Geigenscharte. War herrlich aber schwül und ich musste mal wieder Wasser sparen.
Auf der Steineralm gab's einen leckeren Kaiserschmarren und Holundersaft. Die junge Wirtin war so nett und zeigte mir einen Steig zur Sonntagalm, so hab ich mir den Abstieg ins Tal und den morgigen Aufstieg gespart. Allerdings erneut vergessen Wasser aufzufüllen... Ich sollt mir das auf die Hand schreiben oder sowas.
Ich war heut beim Gehen ein bisschen verrückt im Kopf, mir fiel ein, dass wir mal eine Zeit hatten, in der wir besonders Spaß an urigsten Dialektwörtern hatten (viell. wurde das durch Stephans Beitrag angeregt). Eine Frage, die seit Jahren ungeklärt ist, nämlich ob der Ausdruck "soachn" ein verwandtes Wort im Hochdeutsch hat. Wir kamen mal auf "sarchen" (über das Wort könnten wir viel lachen) und ich heut auf "seichen". Wer mir da endlich eine Antwort geben kann, beendet dieses leidige Thema.
Ich war durch meinen älteren Bruder oft von Burschen umgeben, die mir aufgrund meiner leidenschaftlichen Neigung mit Oliver an seinem Moped herumzuschrauben, den Namen "Koarl" gaben. Prinzipiell waren mir die "Männerarbeiten" zu allen Zeiten lieber als Hausarbeit. Hat sich nur wenig geändert.  ;)
Wie bin i da jetzt hingekommen? Aja, aus der Zeit stammt sicher der Großteil meines derben Wortschatzes - Burschen am Land reden halt so... und Koarls sowieso. :D
So, jetzt genieß ich hier noch ein bisschen die Abendsonne.
Bis demnächst und alles Liebe!
Koarl ;)
Zur Herrenscharte
Sehr gut beschildert :)

Vermeintlich das Karwendelgebirge?!

runter zur Steineralm, hinten die Hohen Tauern